Kleeblatt Projekt Veitshöchheim
Das Projekt "Übergänge gestalten - Kleeblatt Deutsch" am Gymnasium Veitshöchheim stellt vor:
Adventsstingspiel
"Freuet euch sehr" – Musiktheater, ein Erlebnis für alle Sinne
ein Projekt für die 4. und 5. Jahrgangsstufen von Claudia Wührl
- Projektbeschreibung (pdf)
- Fotogalerie von Markus Gläßel (pdf)
- Vorstellung des Projekts in einer Präsentation (pdf)
- Film folgt
BASISINFORMATION:
DAS PROJEKT “ÜBERGÄNGE GESTALTEN” / Kleeblatt DEUTSCH
Das Projekt “Übergänge gestalten” will über die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch die Übergänge und Nahtstellen zwischen den Schularten “glätten”, zugleich aber die Zusammenarbeit effektiver machen, Synergieeffekte nutzen. Übergänge sind hier etwa der zwischen Grundschule und Gymnasium, aber auch zwischen Mittelschule und Grundschule/Gymnasium. Weitere Übergänge und Nahtstellen im Schulsystem zeigen sich beispielsweise in der 10. Jahrgangsstufe: Mittelschule/Realschule – Gymnasium oder auch nach der gymnasialen Oberstufe zur Universität oder zur beruflichen Ausbildung.
In diesem Fall ist der Übergang Grundschule – weiterführende Schulen in den Blick genommen worden: Drei Klassen unserer drei Veitshöchheimer Schulen ( Grundschule, Klasse 4c, Mittelschule, Klasse 5b und Gymnasium, Klasse 5b ) sind am kompetenzorientierten, fächerübergreifenden Unterrichtskonzept beteiligt, das im Rahmen des Leitfachs Deutsch angesiedelt ist.
Verantwortliche des Kleeblatts Deutsch/Veitshöchheim sind
Sigrid Schneider (Eichendorff-Grundschule Veitshöchheim), Stefanie Goetz (Mittelschule Veitshöchheim), Gabi Kleer (Grundschule Heuchelhof, Lotsin am Gymnasium Veitshöchheim), Claudia Wührl (Gymnasium Veitshöchheim, D/E).
Das Konzept “Übergänge gestalten” wirkt auf drei Ebenen:
Ebene 1: DEUTSCHDIDAKTISCHE EBENE und weitere Fachdidaktiken (Kunst, Musik, Sport, evtl. Religionslehre/Ethik)
Auf der deutschdidaktischen Ebene wird ein Unterrichtskonzept für alle drei Klassen erstellt, das die Themen und Gegenstände der Deutschlehrpläne aller drei Schularten bedient und zugleich fächerübergreifenden und Projektunterricht realisiert: Darstellendes Spiel, Sprechtheater, Musiktheater, Einfühlen in eine Rolle, Texte als Sprechpartituren realisieren, Körperarbeit beim Spiel und schließlich Bühne/Bauten, Musik und Tanz als synästhetisches Gesamtkunstwerk und Erlebnis für alle Sinne sind Gegenstand dieses Unterrichtsprojekts:
Das gemeinsame Erarbeiten und Aufführen eines Adventssingspiels.
Ziel ist, das Singspiel in all seinen Teilbereichen (Sprechen, Spielen, Singen, Tanzen, Bühne/Bauten/Kostüme im fächerübergreifenden Unterricht mit Leitfach Deutsch zu erfassen und zwar mit SchülerInnen aller drei Schulen gemeinsam. Hier werden Synergieeffekte genutzt, wenn ein Theaterworkshop für alle drei Klassen organisiert wird, wenn die Ressourcen (finanzielle, räumliche, personelle, die Ausstattung mit Musikinstrumenten, Kunstmaterial, Medien) aller drei Schulen genutzt werden. Zugleich wird fächerübergreifend deutlich, dass Musik, Spiel, Bühne und Kostüme zusammenwirken und gemeinsam erstellt werden müssen. Kinder aller drei Klassen kommen immer wieder in gemischten Gruppen zusammen um Kostüme zu gestalten, den Stall zu bauen, die Chorpartien und Soli, die Sprechtexte zu üben.
Ebene 2: PÄDAGOGISCHE EBENE
Ebenso wichtig ist die pädagogische Seite des Projekts: “Freundschaft endet nicht an der Schultüre” lautete das Motto bei der Auftaktveranstaltung Ende September, als alle Schülerinnen zum ersten Mal zusammentrafen. Nicht nur wichtige soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Kooperationsbereitschaft, gemeinsames Planen, Organisieren, Diskutieren von Optionen, Verteilen von Aufgaben etc. werden eingeübt, sondern auch Toleranz und Verständnis für andere, Rücksichtnahme und gegenseitige Unterstützung im Rahmen eines größeren gemeinsamen Projekts, Anerkennen und Wertschätzen der Fähigkeiten und Qualitäten aller Beteiligten. So werden nicht nur die SchulkameradInnen vom letzten Jahr wieder getroffen, Freundschaften gefestigt oder neu geschlossen, der nicht immer einfache Umgang miteinander eingeübt; auch die – nicht nur räumliche - Trennung durch die verschiedenen Schularten- und häuser wird überwunden und auch reflektiert.
Von besonderer Bedeutung ist im pädagogischen Bereich auch, dass das Singspiel im Rahmen einer Benefizveranstaltung zur Unterstützung in Not geratener Kinder durchgeführt woden ist: Das “Sternencafe” bietet nach der Aufführung selbst gebackene Plätzchen und Lebkuchen, Tee und kalte Getränke an, einen gemütlichen Rahmen, um den Abend gemeinsam ausklingen zu lassen, ins Gespräch zu kommen. Dabei werden die Gäste (offizielle Gäste, Verwandte und Freunde der beteiligten SchülerInnen) von den Kindern bedient und die eingehenden Spenden werden an ein Projekt der “Sternstunden” des Bayerischen Rundfunks weitergeleitet.
Auch so lernen alle Beteiligten, von sich abzusehen und für das gemeinsame Hilfsprojekt zu kooperieren. Viele Kompetenzen und werden auch im Rahmen der Benefizveranstaltung erworben: Wie gestalte ich einen solchen Abend mit Musiktheater und Cafe? Wie erkläre ich das soziale Projekt, für das die Spenden gesammelt werden? Wer muss eingeladen werden, wer gehört zur Schulfamilie, wer kommt hinzu, wie erstellen wir passende Einladungen und Plakate, wie formulieren wir die Einladungsbriefe? Welche außerschulischen Institutionen (Presse, Bürgermeister...) spielen in diesem Zusammenhang eine Rolle? Welches Zeitkorsett müssen wir einhalten, wie organisieren wir Essen und Getränke für den Abend, wer gestaltet das “Cafe”, und wie empfangen und begleiten wir unsere Gäste? All dies gemeinsam zu diskutieren, Aufgaben zu verteilen ist eine starke Herausforderung, die die Kinder vielfach über sich selbst hinauswachsen lässt.
Eine Besonderheit ist auch die jahrgangsübergreifende Arbeitsweise. Ältere SchülerInnen des Gymnasiums nehmen die jüngeren Kinder “unter ihre Fittiche” : Das Theaterteam und Technikteam stehen als HelferInnen bei Maske und Kostümen, beim Aufbau der Bühne, Ton und Beleuchtung zur Verfügung; schwierigere Gesamgsparts und das Enstrumentalensemble übernehmen ältere SchülerInnen. So wird das Interesse und die Wertschätzung der jüngeren SchülerInnen und ihrer Anstrengung zum Ausdruck gebracht, Begegnung und Erfahrung von Können und künstlerischem Anspruch en passant vermittelt, der Ansporn zu eigener Leistung gegeben, unaufdringlich gezeigt, was Schulfamilie bedeuten kann.
Ebene 3: INSTITUTIONELLE EBENE: SCHULEN
Durch das Projekt wird auch die Schulentwicklung gefördert und gefordert: Die Kooperation erfordert intensive Auseinandersetzung und Kooperation aller beteiligten Lehrkräfte, das Ausloten und geschickte Einsetzen und Vernetzen aller vorhandenen Ressourcen, aber auch das Wahrnehmen und teilweise Überwinden verschiedener Rahmenbedingungen (Stundentafeln, Fachunterrichtsprinzip am Gymnasium, eher fächerübergreifend orientierter Unterricht mit Klasslehrerprinzip in Grundschule und Mittelschule, intensive Übertrittsvorbereitungen in der vierten Klasse Grundschule, Räume und Ressourcen). Die Frage nach einer Schularten übergreifenden Gemeinschaft und Kooperation stellt sich. Von Bedeutung ist auch die Kooperation mit außerschulischen Institutionen, die für alle Schularten gleichermaßen wichtig und interessant ist: Städtische Bühnen etwa als Anbieter von Theaterworkshops, Presse, Gemeinde, Druckereien, Sponsoren etc..
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