Übergänge gestalten in Rothenburg
Von Adriane Krotsch
Bericht Hospitation 2010 (doc)
Zeitungberichte Hospitation Hospitation2 .Infolernen (alle doc)
Eine Grundschullehrerin an einem Gymnasium
„Hallo Frau Krotsch, was machen Sie denn hier?“ Diese Frage hörte ich in den ersten Wochen des Schuljahres 2008/09 oft, wenn ich am RSG Schülerinnen und Schülern begegnete, die mich noch aus ihrer Grundschulzeit an der Volksschule Gebsattel kannten.
Was macht eine Grundschullehrerin an einem Gymnasium?
Der Einsatz von Grundschullehrkräften an Gymnasien war ein ursprünglich auf zwei Jahre angelegtes Projekt des Kultusministeriums mit dem Ziel, den Übertritt der Grundschüler an das Gymnasium für die Schülerinnen und Schüler erfolgreich zu gestalten. Aufgabe der Grundschullehrkraft sollte es sein, Eltern, Schülerinnen und Schülern und den Lehrkräften des Gymnasiums als Ansprechpartner in allen Fragen des Übertritts zur Seite zu stehen. Darüber hinaus sollte die Zusammenarbeit zwischen Grundschule und Gymnasium verbessert und ausgebaut werden. Und schließlich sollte die Grundschullehrkraft auch Unterricht in der fünften und sechsten Jahrgangsstufe erteilen.
Konkret kann man meinen Einsatz am RSG in drei Bereiche unterteilen:
An erster Stelle steht sicherlich die Betreuung der Fünftklässler. Für sie bin ich besonders in den ersten Wochen ein Ansprechpartner für alle auftretenden Fragen und Probleme, wie zum Beispiel das Zurechtfinden im Schulhaus oder das Erklären des Vertretungsplanes.
Im Bereich der Elternarbeit gehören zu meinen Aufgaben die Teilnahme und Mitwirkung an verschiedenen Informationsveranstaltungen und die Beratung der Eltern in allen Fragen des Übertritts und während des ersten Jahres ihres Kindes am RSG.
Ebenso bin ich für die Gymnasiallehrerinnen und -lehrer ein Ansprechpartner und stehe ihnen in allen Fragen, die den Übertritt betreffen, beratend zur Seite.
Ein zweiter wichtiger Bereich meiner Arbeit am RSG ist der Ausbau und die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Lehrkräften der Grundschulen und des RSG. So besuchten in den vergangenen zwei Schuljahren jeweils nach den Pfingstferien Lehrerinnen und Lehrer des RSG den Unterricht an den umliegenden Grundschulen und auch an der Montessori-Schule. Ziel dieser Hospitationen war es, den Gymnasiallehrkräften einen Einblick in das Lernen und Arbeiten an der Grundschule und in das Leistungsvermögen der Grundschüler zu geben.
Im Gegenzug dazu lud das RSG am Anfang des Schuljahres die ehemaligen Grundschullehrerinnen und –lehrer der Fünftklässler zu einem Besuch ein. Dabei konnten die Grundschullehrkräfte die Schülerinnen und Schüler im Unterricht beobachten und anschließend Informationen mit den Gymnasiallehrern austauschen.
Ein weiteres Treffen fand im April mit Grundschullehrkräften, die Englisch unterrichten, statt, da es im Fach Englisch beim Übertritt häufig zu Unstimmigkeiten und Problemen kommt. An diesem Nachmittag, an dem auch Kollegen der Hauptschule und der Realschule teilnahmen, konnten
alle Lehrkräfte einen Einblick in die verschiedenen Lehrpläne und Schulbücher nehmen und sich über die unterschiedlichen Unterrichtsmethoden austauschen. Gemeinsam wurde nach Möglichkeiten gesucht, die Probleme beim Übertritt im Fach Englisch zukünftig zu verringern.
Schließlich gehört zu meiner Arbeit am RSG auch das Unterrichten in der fünften und sechsten Jahrgangsstufe.
In jeder der drei fünften Klassen bin ich in zwei Stunden Mathematik zusammen mit dem Fachlehrer im Unterricht eingesetzt. Dies bietet vielfältige Möglichkeiten der Unterrichtsgestaltung, wie z.B. Team-Teaching, oder die Teilung der Klasse zum differenzierten Üben und Wiederholen.
Darüber hinaus bin ich in einer fünften und den sechsten Klassen für die freiwillige Intensivierung im Fach Mathematik zuständig.
Als Grundschullehrerin am RSG fühle ich mich sehr wohl und habe viel Spaß und Freude an meiner Arbeit, dem Umgang mit den Schülerinnen und Schülern und der Zusammenarbeit mit den Eltern, den Kolleginnen und Kollegen und der Schulleitung.
Und ich freue mich natürlich immer, wenn mir meine ehemaligen Schülerinnen und Schüler aus Gebsattel begegnen, für die der Anblick ihrer Grundschullehrerin am RSG inzwischen selbstverständlich geworden ist.
Adriane Krotsch
Mai 2010
Hospitation 2010
Um die Zusammenarbeit zwischen den Grundschulen und dem Reichsstadt-Gymnasium Rothenburg fortzusetzen und den Übertritt für die Grundschüler einfacher zu gestalten, besuchten in den letzten zwei Wochen neun Grundschullehrerinnen und –lehrer ihre ehemaligen Schülerinnen und Schüler in den drei fünften Klassen am RSG.
Die Lehrerinnen und Lehrer der Luitpoldschule Rothenburg, der Volksschulen Gebsattel, Geslau, Oberscheckenbach und Dombühl und der Montessori-Schule Neusitz, die den Unterricht in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch besuchten, zeigten sich beeindruckt vom hohen Niveau des Lernstoffes und von der angenehmen Lern- und Arbeitsatmosphäre.
Viele Kolleginnen und Kollegen nutzten zudem die Gelegenheit zu ausführlichen und intensiven Gesprächen mit den Kollegen des RSG. Hierbei bekräftigten beide Seiten, wie wichtig es ist, über die Lerninhalte und Arbeitsmethoden der jeweils anderen Schulart Bescheid zu wissen, um so die Zusammenarbeit zwischen Grundschule und Gymnasium und damit den Übertritt wesentlich zu erleichtern und zu verbessern.
Die Schülerinnen und Schüler der fünften Klassen freuten sich sehr, ihre ehemaligen Lehrerinnen und Lehrer zu treffen und ihnen zu zeigen, wie gut sie sich inzwischen am RSG eingelebt haben.
Ebenso war es für die Grundschullehrerinnen und –lehrer ein schönes Erlebnis, einen Einblick in die weitere schulische Entwicklung ihrer ehemaligen Grundschüler zu bekommen.
Auch in Zukunft soll durch gegenseitige Unterrichtsbesuche und Treffen die Zusammenarbeit zwischen den Grundschulen und dem Reichstadt-Gymnasium zum Wohle der Grundschüler verbessert werden.
Adriane Krotsch Dezember 2010
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