Feedback 2010 Gymnasium
Auch im Schuljahr 2009/2010 fanden in Unterfranken zwei Feedback-Veranstaltungen statt. In Schweinfurt und Würzburg trafen sich die Lotsen des Gymnasiums zusammen mit einem Vertreter des Gymnasiums, an dem sie eingesetzt sind, zu einem Erfahrungsaustausch. Am der Veranstaltung in Würzburg nahm auch Ltd. Regierungsschuldirektor Günter Renner teil. Ziel war es u.a. auch, herauszufinden, wo im nächsten Schuljahr die Schwerpunkte liegen können.
Leitung: MB Rudi Schmitt und StD Michael Hunger, MB-Dienststelle
4.Mai 2010:
Lotsentagung am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Schweinfurt
1.) Zusammenfassung der Aussprache
- Schüler der 5. Klassen nehmen die Lotsen sehr positiv an. Bei den Kollegen des Gymnasiums muss häufig noch Überzeugungsarbeit geleistet werden. Viele empfinden die Zusammenarbeit und die damit verbundenen Absprachen als zusätzliche Belastung. Gleichzeitig wird aber auch erklärt, dass das gegenseitige Verständnis gefördert wird.
- Die sinnvolle Einbindung der GS-Lehrkräfte in den Stundenplan erweist sich aufgrund der engen zeitlichen Vorgaben häufig als schwierig. Sie werden deshalb auch immer wieder in für sie fachfremden Unterricht (z.B. Latein) eingesetzt.
- Die Praxis der Hospitationen von Gymnasiallehrkräften an der GS läuft sehr unterschiedlich. In einigen wenigen Fällen finden Hospitationen bereits statt. An den meisten Gymnasien scheint aber das Interesse eher gering. Dies liegt wohl nicht am fehlenden Angebot.
- Der Einsatz der Lotsen wird als zu punktuell, als „Tropfen auf dem heißen Stein“, empfunden. Ein nachhaltiger Einfluss wird bezweifelt. Hierfür müssten deutlich mehr GS-Lehrkräfte tätig werden.
- Durch die Kooperation erweitert sich das Methodenrepertoire vor allem auf Seiten der Gymnasiallehrkräfte.
- Karlstädter Modell: jede Woche „opfert“ eine der Lehrkräfte für Deutsch, Mathe oder die erste Fremdsprache eine Stunde. Diese wird für Freiarbeit zur Verfügung gestellt. Dabei sind der Lotse und die Gymnasiallehrkraft anwesend. Dieses Modell erweist sich sowohl für die Schülerinnen und Schüler als auch für die beteiligten Lehrkräfte als sehr fruchtbar.
- Durch das Abfedern des Übergangs GS-Gym in der 5. Klasse wird die 6.Klasse mit der zweiten Fremdsprache als umso härter empfunden.
- Sprechstunden der GS-Lehrkräfte werden positiv aufgenommen;
2.) Zusammenfassung der Optimierungsvorschläge (Arbeitsgruppen)
- Der Einsatz bewährter Lotsen sollte auch über die üblichen drei Jahre hinaus möglich sein;
- Gymnasiallehrer sollten vermehrt an den Grundschulen hospitieren. Da dies auf freiwilliger Basis oft nicht funktioniert müsste man darüber nachdenken, die Lehrkräfte der 5. Klassen zu derartigen Hospitationen zu verpflichten. Vorschlag: ein Vormittag in der Zeit September-Weihnachten, individuell vereinbart zwischen den betroffenen Lehrkräften.
- Grundschullehrkräfte sollten aus der näheren Umgebung des Gymnasiums kommen. Vorrangiger Einsatz von Dritt- und Viertklass-Lehrern;
- Bereits in der Lehrerausbildung gegenseitige Hospitationen zwischen den Schularten. Dadurch könnten Berührungsängste und Vorurteile frühzeitig abgebaut werden. Einbeziehung der Seminarlehrer zur Vorbereitung der Grundschul- und Gymnasiallehrer auf die spätere Zusammenarbeit;
- Info-Heft „Übergänge gestalten“ möglichst vielen Fünftklass-Lehrern, Grundschullehrern zukommen lassen (vor Schuljahresbeginn!), auch bei den Info-Veranstaltungen für die zukünftigen Fünftklässler und deren Eltern auslegen;
- relevante Nachrichten des MB/KM auch an die Grundschulen herausgeben; Vorschlag: Einstellen in die Plattform „Übergänge gestalten“
- Stundenpläne besser abgleichen, damit die Grundschullehrer sinnvoller eingesetzt werden können, v.a. in Intensivierungsstunden;
- nur Gymnasiallehrer einbeziehen, die das Modell auch unterstützen und zur Zusammenarbeit gerne bereit sind;
- Beteiligung der am Gymnasium beschäftigten Grundschullehrer am Probeunterricht;
- Schaffung von Zeitfenstern für die Besprechung von Lotsen und den kooperierenden Lehrkräften. Dadurch könnte die gängige, aber wenig effektive, Praxis der Tür- und Angelgespräche vermieden werden.
- Zusammenstellung von Freiarbeits-Materialien an jeder Schule, zugänglich für jeden Lehrer zu jeder Zeit.
- vermehrt Doppelstunden um das Feld möglicher Unterrichtsmethoden zu erweitern;
- einen Raum für die Grundschullehrkraft bereit stellen; Häufig ist für Differenzierungen kein Raum frei
- verstärkter Lotseneinsatz in der 6. Klasse, da hier wegen der 2. Fremdsprache mehr Probleme auftreten (siehe dazu auch Aussprache);
- für große Gymnasien mehr Grundschullehrerstunden bereit stellen (siehe Aussprache: „Tropfen auf den heißen Stein“-Problematik);
- mehr gemeinsame Fortbildungen, Schaffung von Foren zum Austausch über Lehrpläne, Unterrichtsverfahren...
18. Mai 2010:
Lotsentagung am Wirsberg-Gymnasium Würzburg
Zusammenfassung der Optimierungsvorschläge (Arbeitsgruppen)
- Verbesserung der Kommunikation zwischen den Lehrkräften unterschiedlicher Schularten durch vermehrte schulartübergreifende Fortbildungen
- Eindeutige Zuweisung von Aufgabengebieten für die Grundschullehrkräfte an den Einsatzschulen. Dabei sollte der Lotse nicht nur als Nachhilfelehrer zur Förderung der schwachen Schüler sondern auch zur Spitzenförderung eingesetzt werden. Auch ein verstärkter Einsatz im sozialen Bereich ist denkbar.
- Die GS-Lehrkräfte sollten an der Grundschule möglichst in den Jahrgangsstufen 3 und 4 im Förderbereich eingesetzt werden
- Gemeinsame Beurteilung der GS Lehrkraft durch beide Rektoren im Beurteilungszeitraum 2010
- Klare Anweisung/Regelung für den Einsatz der GS-Lehrkraft im Probeunterricht
- Einsatz der GS- Lehrkraft möglichst 2 Stunden pro Gymnasialklasse und in jeder 5. Klasse, d.h. größere Stundenzuweisung für große Schulen
- Personelle Kontinuität sollte gewahrt werden
- Spezielle Vorschläge für die Gymnasiallehrer:
1.) Ein verpflichtender Hospitationstag an der GS, bei gleichzeitiger Freistellung vom Unterricht an diesem Tag um ausreichend Gelegenheit zur Besprechung der Stunden zu geben;
2.) Seminarbesuche an der Grundschule
3.) Austausch zwischen den Rektoren- „Mein Wunsch an die andere Schulart“
4.) Gemeinsame Korrekturen von z.B. Aufsätzen bei einem Hospitationstreffen
Michael Hunger
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