Überraschung im Stadtpark

Überraschung im Stadtpark

Paul Maar: Überraschung im Stadtpark
 

Überraschung im Stadtpark
 
Wie immer am Sonntag geht Familie Baumann im Park spazieren.
Familie Baumann – das sind: Vater Baumann, Mutter Baumann und die Kinder Martin und Martina.
 
„Muss ich wirklich mit?“ hat Martin zu Hause noch gefragt. „Ich bin doch gerade bei einem spannenden Computerspiel.“
„Muss ich denn auch mit?“ hat Martina gefragt. „Ich will lieber zu meiner Freundin
Antonia.“
Aber Vater hat gesagt:„Natürlich kommt ihr mit. Frische Luft tut euch gut.“
„Ich könnt ja den Ball mitnehmen“, hat Mutter vorgeschlagen. „Im Park könnt ihr ein bisschen Fußball spielen.“ 
Jetzt spielen Martin und Martina im Park mit dem Ball. Lustlos kickt Martin den Ball zu Martina, sie nimmt Anlauf und schießt ihn zurück. Der Ball landet im Gebüsch.
„Du holst den Ball, du hast ihn auch in die Büsche gekickt!“ ruft Martin.
„Ja, ja, ich hole ihn ja schon“, sagt Martina.
Sie verschwindet im Busch. Martin wartet. Martina kommt nicht.
Martin wartet lange. Martina kommt immer noch nicht.
Schließlich zwängt sich Martin auch durch die Zweige.
Da steht Martina mit dem Ball in der Hand und unterhält sich mit einem anderen Kind. Das Kind sieht merkwürdig aus. So, als hätte es die Hosen von einem Erwachsenen an und sie bis unter die Achseln hochgezogen.
Es hat ziemlich struppige Haare und ganz schmutzige Hände. 
Neben ihm steht einprall gefüllter Rucksack.
Martin fragt: „Wer bist du? Wieso stehst du hier in den Büschen? Willst du dich vor jemand verstecken?“
Das fremde Kind schaut ihn an und grinst.

 
Fortsetzung:
B Klasse 4a GS Schwarzacher Becken Klasse 4a/b (Rebecca, Jasmin, Anna, Antonia und Julia)


“Martin, das ist Norbert, aber ich habe ihm den Spitznamen Strubbelpeter gegeben”, meinte Martina. “Hallo”, erwiderte Martin. “Warum hast du so komische Sachen an?” Norbert erklärte ihnen die ganze Geschichte: “Meine Eltern haben so einen Beruf, bei dem sie um die ganze Welt reisen müssen. Sie nehmen mich mit und kaufen mir typische Kleidungsstücke aus den Ländern.” Nachdem Norbert zu Ende gesprochen hatte, kickte Martina den Ball in Richtung alte Eiche. Strubbelpeter und Martin stürmten zum Ball. Strubbelpeter schnappte sich als erster den Ball und rannte zu Martina zurück. Martin lief beleidigt zur alten Eiche. Martina und Norbert beachteten das gar nicht und spielten einfach Fußball.
Als Martin sah, wie viel Spaß die beiden hatten, wurde er neidisch. Sollte er zu Martina gehen und fragen, ob er mitspielen darf? Nein, er war doch ein Junge. Er konnte doch nicht bei einem Mädchen fragen, auch wenn es die eigene Schwester war. Nach einer Weile bereute Martin es, beleidigt weggelaufen zu sein. Immer mehr Wut und Eifersucht bauten sich in ihm auf. Schließlich nahm er seinen ganzen Mut zusammen und stellte sich seiner

Schwester gegenüber: “Martina, ich würde wirklich gerne mitspielen. Ich habe gesehen wie viel Spaß ihr habt.” “Warum bist du eigentlich vorhin weggerannt?”, fragte Martina. Da entgegnete Martin: “Ich war voller Eifersucht, weil Norbert so schnell war.” “Na gut”, meinte Martina. Alle stellten sich im Kreis auf und kickten den Ball hin und her. Jetzt waren alle die besten Freunde.

Fortsetzung 4a/4b GS Schwarzacher Becken (Milena, Elisa, Chiara, Kalthoum)


“Ich kam gerade vorbei und hörte hinter den Büschen Geräusche!”, rief Martina.
“Ja ja, aber wie heißt du denn?”, fragte Martin.
“Ich heiße SAMBO und ich quatsche mit deiner Freundin”, antwortete der fremde Junge. Martin brüllte: “Nein, das ist nicht meine Freundin, du Dummkopf!”
Sambo und Martin verstanden sich nicht gut. Martin zerrte seine Schwester aus dem stinkenden Busch. Er ging wütend mit Martina zu Mama und Papa und alle wollten Brötchen essen. Aber Mama rief entsetzt: “Verflixt noch mal! Wir haben die Brötchen vergessen. Vater, hol mal bitte nebenan in der Bäckerei Brötchen. Nimm die Kinder mit, sie dürfen sich was Süßes aussuchen.”
Jetzt fuhren sie los. Vater kaufte zehn Brötchen, Martin nahm eine Brezel und Martina suchte sich eine Apfeltasche aus.
Während Mama Baumann den Picknicktisch deckte, kam Papa mit den beiden Kindern zurück und sie setzten sich an den fertig gedeckten Tisch. Dort schnitten die Eltern die Brötchen und belegten sie anschließend mit Wurst oder Käse. Nachdem alle fertig gegessen hatten, lasen Papa und Mama die Zeitung. Dann kam Martin und fragte Mama Pamina: “Dürfen ich und Martina spielen gehen?” Pamina antwortete: “Ja, aber kommt wieder, bevor es dunkel wird!”
Die Kinder gingen zum Spielplatz in der Nähe und wollten sich dort ein bisschen vergnügen. Sie trafen auf Sambo und Martin maulte ihn an: “Was willst du denn schon wieder?” “Ich habe euch schreien gehört und dachte, dass ich vielleicht mitspielen darf.” “Niemals! Verschwinde oder ich werde böse!!!” “Geh du doch! Ich werde bleiben, denn jeder darf auf den Spielplatz und du kannst mich nicht wegschicken!” “Stopp, hört auf!”, schrie Martina wütend. Sambo und Martina gingen Ball spielen und Martin stand nun ganz alleine da. Er beschloss, alles seinen Eltern zu sagen, und machte sich beleidigt auf den Heimweg.
Dann beschwerte er sich bei seiner Mutter: “Die Martina spielt mit so einem Dummkopf...!” “Stopp, ich will nie mehr dieses Wort hören”, unterbrach ihn Pamina. “Komm einfach mal mit zu diesem Sambo, Mama!” Die beiden gingen zu Sambo und Martina. Sambo sagte schüchtern: “Hahallo!” “Hallo! Nett, dich kennen zu lernen. Wir müssen aber leider gehen. Und Martin, mit dir will ich dann später noch ein Wörtchen reden!” Martina verabschiedete sich noch kurz von Sambo und gab ihm einen Kuss auf die Wange. Dabei drückte sie ihm heimlich einen Zettel in die Hand, auf dem Folgendes zu lesen war: “Hab dich LIEB, bin aber schüchtern, Ulmstr. 66, Tel: 04534/929575179, Martina.”
Später fuhr die Familie nach Hause. Ziemlich erschöpft von dem Tag zogen die Kinder sofort ihren Schlafanzug an, putzten sich die Zähne und gingen gleich ins Bett.

 

© 2008 Virtuelle Schule e.V.