Die Limonadenquelle
Paul Maar: Die Limonadenquelle
Die meisten Menschen wissen, dass es Mineralquellen gibt. Da sprudelt Mineralwasser aus
der Erde, das man trinken kann. Meistens wird es in Flaschen abgefüllt und verkauft. Die wenigsten Menschen wissen aber, dass es Limonadenquellen gibt. Nicht sehr häufig zwar, aber es gibt sie.
In der Nähe von Grünberg entdeckten Kinder eine beim Spielen. Als sie am Waldrand einen große Stein herumwälzten, um nach Käfern zu suchen, kam kein Käfer zum Vorschein, sondern eine Limonadenquelle.
Die Limonade spritzte aus dem Boden wie aus einer Limonadenflasche, die man vor dem Öffnen geschüttelt hat.
Sie hätten wahrscheinlich nie gemerkt, was sie da entdeckt hatten, wenn nicht Marco, einer der Jungen, ziemlich durstig gewesen wäre.
Marco bückte sich, trank von der Flüssigkeit und rief begeistert: „Wasser mit
Orangegeschmack! Das müsst ihr gleich mal trinken! Wasser mit echtem
Orangengeschmack!“
Die anderen tranken auch und stellten fest, dass Marco recht hatte. Es war tatsächlich eine Limonadenquelle.
Unter den Kindern in Grünberg sprach es sich schnell herum, dass am Waldrand
Orangenlimo aus der Erde sprudelte.
Marco erzählte es seinem Freund Felix, der erzählte es seiner Schwester Karin, die erzählte es ihrer Freundin Miriam. Bald wanderten immer mehr Kinder mit Gläsern und Bechern zum Waldrand. Manche tranken an einem Nachmittag mehr Limonade als sonst in einer Woche.
Als mal wieder ganz viele Kinder an der Quelle versammelt waren, sagte Marco: „Wenn das so weiter geht, weiß ich, was geschieht!“
„Was denn?“, fragte Felix.
„Die Erwachsenen kriegen mit, dass es hier eine Limonadenquelle gibt!“, sagte Marco.
„Ja und?“, fragte Miriam. „Ist das schlimm?“
„Ja“, sagte Marco. „Dann meldet sich bestimmt einer, der behauptet, die Wiese hier gehört ihm. Dann zieht er einen Zaun um die Quelle und schreibt ein Schild ‚Betreten verboten!’“
„Es darf also kein Erwachsener von unserer Quelle erfahren“, sagte Karin. „Wehe, einer oder eine von euch verpetzt es zu Hause!“
„Versprecht ihr mir, dass ihr es keinem Großen weitersagt?“, fragte Marco.
Alle nickten. Nur Miriam fragte: „Aber meinem großen Bruder Bruno darf ich es erzählen, oder?“
„Wie alt ist er denn?“, fragten die anderen.
„Er wird im Juni siebzehn“, sagte Miriam.
„Dann ist er ja schon fast erwachsen“, sagte Marco. „Wer ist dafür, dass sie es Bruno sagen darf?“, fragte Marco.
Drei Kinder meldeten sich: Miriam und zwei Mädchen.
„Und wer ist dagegen?“, fragte Marco weiter.
Fünf Kinder hoben die Hand.
„Dann ist der Vorschlag abgelehnt“, sagte Marco.
„Ihr seid gemein! So gemein!“, rief Miriam und rannte nach Hause.
Fortsetzung der Klasse 3a Hellmitzheimer Bucht
Gruppe 1
Miriam rannte nach Hause und petze es ihrem Bruder. Der Bruder erzählte es den Eltern. Die Eltern erzählten es dem Bürgermeister. So machte die Geschichte die Runde durch ganz Grünberg. Zuersthat der Bürgermeister es gar nicht geglaubt.
Aber noch niemand hatte herausgefunden oder gewusst, dass an der Limonadenquelle auch ein Zwerg lebte. Der Zwerg konnte mit den Tieren sprechen. Eigentlich gehörte ihm die Limonadenquelle, aber er teilte gern mit den Tieren des Waldes und den Kindern aus dem Dorf. Als er hörte, dass die Erwachsenen von der Limonadenquelle erfahren hatten, machte er gemeinsam mit den Tieren einen Plan: Wenn der Bürgermeister kommt, um die Limonadenquelle anzuschauen, dann schlagen die Eulen Alarm.
Gleich am nächsten Tag kam der Bürgermeister. er stand schon kurz vor dem Loch der Quelle. Da schlugen die Eulen Alarm. Auf einmal hüpfte der Fuchs herbei, zog dem Bürgermeister die Hose hinunter und verschwand wieder. Der Bürgermeister stand nur noch mit seiner Unterhose da. Sie war weiß mit kleinen roten Herzchen. Alle Tiere lachten und auch der Zwerg.
Der Bürgermeister schämte sich so sehr, dass er seine Hose packte und so schnell wie möglich ins Dorf zurück rannte. Er erzählte jedem, dass es die Limonadenquelle gar nicht gäbe. Aber die Kinder kamen zurück und wunderten sich. Die Limonade schmeckte immer noch genauso lecker.
Bis heute haben sie nicht erfahren, wie der Bürgermeister verjagt wurde und sie ihre Limonadenquelle zurück bekommen haben.
Das ist eine nette und lustige Idee. Schön, dass der Zwerg mit den Tieren die Quelle "gerettet" hat.
Gruppe 2
Miriam rannte vor Wut nach Hause in Brunos Zimmer. Sie rief: "Bruno, Bruno, wo bist du?" Aus der Küche hörte sie ihren Bruder rufen:"Hier bin ich!" Miriam flitzte in die Küche. Bruno saß mit seinem Freund Nici am Küchentisch. Sie tranken Cola. Genervt fragte Bruno:"Was willst du denn schon wieder von mir?" Da stotterte Miriam:" I-i-i-ch wollte d-d-dir nur sagen, dass...dass...dass draußen schönes Wetter ist!" Da rannte sie wie der Blitz aus dem Haus zurück zur Limonadenquelle. Die zwei Jungen sahen ihr nur verwirrt nach.
Von weitem sah Marco, dass Miriam angelaufen kam. er rief: "Wenn du es deinem Bruder Bruno erzählt hast, brauchst du gar nicht mehr herkommen.""Ich habs ihm nicht verraten, weil es falsch gewesen wäre", schrie ihm Miriam entgegen. "Komm, wir trinken erst mal eine Limonade, du bist ja ganz außer Atem", schlug Felix vor.
Zu Hause fragte sich Bruno: "Wo Miriam auf einmal hin gelaufen ist...Seltsam." Er ging los und suchte sie. Er lief Richtung Wald. Miriam sah ihn schon und rannte zu ihm. "Was macht ihr denn da im Wald?", fragte er seine kleine Schwester. Miriam antwortete: "Öhh, wir suchen Pilze?!""Naja, da komm ich doch mit!", sagte er. Miriam stotterte und wurde auch ein bisschen rot. Sie wollte ihre Freunde und die Limonadenquelle nicht verraten: "W-w-wir sind schon f-f-fertig." Da schlug Bruno vor: "Kommt, ich trage euch den schweren Korb mit Pilzen nach Hause." Da rief Felix: "Nein, nein. wir schaffen das schon allein!" Dann ging Bruno wieder heim.
Doch dann geschah etwas Komisches. Miriam schrie: "Es kommt keine Limonade aus der Limonadenquelle mehr!" Marco und Felix riefen: "Wie kann das nur passieren?"
Enttäuscht liefen sie davon. Doch da hörten sie hinter sich ein plätschern, sie drehten sich um und liefen noch einmal zur Limonadenquelle. Da sahen sie, dass wieder Limonade aus der Quelle sprudelte. Sie freuten sich und machten ein großes Limonadenfest.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann trinken sie noch heute!
Und der Lesebär kommentiert:
A) Das ist eine nette und lustige Idee. Schön, dass der Zwerg mit den Tieren die Quelle "gerettet" hat.
B)Es bleibt ein wenig rätselhaft, warum die Quelle kurz versiegt - aber dass Miriam selbst erkannt hat, dass es nicht richtig wäre, ihrem Bruder von der Limonadenquelle zu erzählen und dass dann alle so zusammenhalten, finde ich gut.
Schulartübergreifendes Arbeiten in Kitzingen
A Klasse 3c Kitzingen - Siedlung / Klasse 5a Armin-Knab-Gymnasium Kitzingen
Die 3c beginnt:
Als sie ankam, fragte ihre Mutter: “Was ist los?” “Ist ein Geheimnis”, murmelte Miriam schluchzend. Auf ihrem Weg zum Zimmer versperrte ihr Bruder Bruno ihr den Weg und fragte: “Warum weinst du?” “Geht dich nichts an!”, antwortete Miriam, quetschte sich an ihm vorbei und lief in ihr Zimmer. Sie legte sich auf ihr Bett und weinte bitterlich in ihr Kissen. “Die sind gemein! So gemein!”
Und ich sage es doch Bruno!”, überlegte Miriam. “Aber was denken die anderen, wenn ich es verrate? Vielleicht sind sie dann nicht mehr meine Freunde? Aber sind sie eigent-lich meine Freunde? Nein, denn sonst hätten sie es mir nicht verboten!”
Sie lief zum Zimmer von Bruno und erzählte es ihm: “Meine Freunde und ich haben eine Limonadenquelle, auf dem Berg beim großen Baum!” “So ein Quatsch! Es gibt keine Limonadenquelle!”, antwortete Bruno.
Miriam erwiderte: “Dann zeig ich sie dir eben!”
Ihr Bruder meinte: “Komm, wir schleichen uns später an die Quelle, wenn die Däm-merung anbricht! Dann sieht uns keiner!” Nach einer Stunde schlichen sie sich aus dem Haus. “Hast du die Taschenlampen auch dabei?”, fragte Miriams Bruder. Als sie ankamen, flüsterte Bruno in Miriams Ohr: “Und wo ist die Quelle?” “Da, unter dem Stein!” Sie rollten den Stein auf Seite und die Limonade spritzte von allen Seiten heraus. Bruno war erstaunt. “Probier mal, es schmeckt sehr gut!”, forderte ihn Miriam auf. Bruno nahm den Becher und kostete einen Schluck. “Hm, die schmeckt aber lecker! Das ist wirklich eine Limonadenquelle! Ich dachte, das wäre nur geschwindelt und einer von deinen Tricks.” Sie tranken noch ein bisschen von der Limonade, dann mussten die beiden gehen, es war nämlich schon spät.
Am nächsten Morgen liefen alle Freunde zur Limonadenquelle. Miriam war auch dabei. Als sie ankamen, sahen sie Fremde bei der Quelle. Sie waren um die 16 Jahre alt. Marco rief: “Wer seid ihr und was wollt ihr hier?” “Haut ab! Ihr Winzlinge! Das ist jetzt unsere Quel-le!”, antworteten sie großkotzig. Sie warfen mit Tannenzapfen auf Marco und die anderen Kinder. Die fremden Jugendlichen schubsten sie, um sie zu verjagen. Marco rief: “Schnell weg hier!” Miriam schrie verzweifelt: “Ihr seid so gemein!”
Blitzschnell rannten die Kinder weg, bis die Tannenzapfen der Jugendlichen sie nicht mehr erreichten. Ganz außer Puste grübelte ein Junge: “Woher wissen die von unserer Quelle? Es muss ihnen jemand verraten haben.” Miriam erschrak und schaute traurig auf den Boden. Ein Junge schaute Miriam an: “Warst du es, die den Jugendlichen die Limo-nadenquelle gezeigt hat?” Nun musste Miriam alles beichten. Marco meinte: “Ist jetzt egal, wer es war. Wir müssen uns überlegen, wie wir die Limonadenquelle wieder zu-rückkriegen. Was sollen wir machen? Erwachsene dürfen nichts erfahren, sonst haben wir sicher nichts mehr von der Quelle”
Ich fand es fair von Marco, dass er Miriam jetzt nicht verteufelte, sondern sagte: "Ist jetzt egal, wer das war!" Vielleicht hatte ja gar nicht Bruno die Limonadenquelle verra-ten, sondern die fremden Jugendlichen haben sie zufällig gefunden. Und Bruno, der erst verdächtigt worden war, dass er sie an seine Freunde verraten hatte, half sogar den Kin-dern, ihre Quelle wieder zurückzuerobern?
Und ab hier schreibt die 5a weiter:
Am frühen Morgen des nächsten Tages hatten sich die Kinder wieder verabredet. Miriam hatte Bruno unter einem Vorwand mitgebracht
“Gut, dass du gekommen bist, Bruno. Wir müssen unbedingt mit dir reden!”, erklärte ei-nes der Mädchen. “Es ist schon schlimm genug, dass Miriam dir von der Limonadenquelle erzählt hat, doch noch schlimmer ist, dass du es gleich deinen Freunden verraten hast!”
Verwundert antwortete Bruno: “Aber das stimmt doch gar nicht! Ich habe niemandem etwas erzählt. Wie kommt ihr überhaupt darauf?” “Die Jugendlichen sind doch alle in dei-nem Alter und bestimmt deine Freunde”, erwiderte Marco in einem zornigen Ton.
Nun redeten alle durcheinander, bis Bruno einen lauten Schrei losließ: “Jetzt seid doch alle mal leise. Das ganze Geschrei bringt doch nichts. Ich war es nicht. Außerdem habe ich schon eine Idee, wie wir die Jugendlichen verjagen können!”
Von einer auf die andere Sekunde waren alle Kinder leise. Sie steckten ihre Köpfe zu-sammen und hörten Bruno aufmerksam zu, als er etwas von Plastikschläuchen aus dem Baumarkt und Lebensmittelfarbe erzählte...
Den letzten Teil der Geschichte hat wieder die 3c verfasst - eine echte Teamarbeit!
Die Kinder und Bruno überlegten sich eine Falle für die Jugendlichen. Sie bastelten eine lange Schlange aus Plastikschläuchen. Sie gruben einen Graben von der Quelle bis hinter einen Felsen. Von dort aus konnten sie alles beobachten, aber nicht gesehen werden. Die Plastikschlange legten sie in den Graben und schütteten ihn wieder zu. Am Anfang der Schlange stand ein großer Eimer mit grünem, wie Gift aussehenden, Wasser. Das Wasser war natürlich mit Lebensmittelfarbe bearbeitet worden. Nun führten sie die Plastikschlange zur Limonadenquellenpumpe. Als die Jugendlichen am nächsten Tag zur Quelle kamen, saßen Bruno und die anderen Kinder hinter dem Felsen schon auf der Lauer. Ein Jugendlicher wollte gleich direkt aus der Quelle trinken. Ein anderer Ju-gendlicher fing an zu pumpen. Doch plötzlich kam keine Limonade, sondern "Giftbrühe" raus. In dem Moment kamen Bruno und die Kinder hinter dem Felsen vor und jammerten: “Wir haben aus der Quelle getrunken. Uns ist so schlecht. Wir haben schlimme Bauchschmerzen.” Die Jugendlichen bekamen es mit der Angst zu tun. Sie suchten ganz schnell das Weite. Bruno und die Kinder hatten die Quelle wieder für sich.
Suche
Aktuelles
Aktives Kleeblatt in Wiesentheid (LK Kitzingen)
Zum wiederholten Mal fand am 08.12.2011 im Rahmen des Projektes „Übergänge gestalten“ eine...
© 2008 Virtuelle Schule e.V.




