„Was gibt’s“- „Wie klappt’s“ - „So läuft’s“ - „Das braucht’s“
I.
„Übergänge gestalten“ am OMG in Schweinfurt – ein Zwischenbericht
„Was gibt’s“- „Wie klappt’s“ - „So läuft’s“ - „Das braucht’s“
„Was gibt’s“
Schulleitung und Kollegium unserer Schule waren von Beginn an sehr aufgeschlossen hinsichtlich einer Zusammenarbeit mit der Grundschule. Im vergangenen Schuljahr unterrichteten bereits zwei Grundschullehrkräfte im Hause; darüber hinaus fanden gegenseitige Hospitationen und ein Erfahrungsaustausch statt. Aktuell arbeiten vier Kolleginnen aus der Grundschule am OMG, zwei davon sind im Rahmen des Projekts „Übergänge gestalten“ für einen Tag vom Unterricht an ihrer „Homeschool“ freigestellt.
Im Folgenden möchte ich einige persönliche Eindrücke von der Zusammenarbeit mit Frau Kollegin Geus, die mich im Englischunterricht der 5c begleitet, schildern.
„Wie klappt’s“
Diese Frage stand am Anfang unserer Zusammenarbeit. Da es keine ‚Leitlinien’ für eine derartige Kooperation gibt, hielten wir uns an das Motto ‚learning by doing“. Frau Geus hospitierte zunächst, um sich einen Eindruck über die pädagogische Situation der Klasse und die Unterrichtsmethoden zu machen (andere Optionen, siehe Bericht Frau Geus). Bereits bei den ersten Gesprächen merkte ich, dass diese Beobachtungen meine eigene Einschätzung immens bereicherten. Gerade bei Problemfällen (ja, auch solche gab bzw. gibt es) war Frau Geus’ Rat äußerst hilfreich – ergänzt durch ihre Interpretation der Gutachten in den Übertrittszeugnissen. Erweitert wurde dies noch dadurch, dass sie ihre Kooperation bei Elterngesprächen anbot. Die Kommunikation der Grundschullehrkräfte mit den Eltern erscheint mir als ein probates pädagogisches Instrument, das uns Gymnasiallehrkräfte unterstützen und auch entlasten kann. Die mitunter gehörten Ausflüchte von Eltern, an der Grundschule sei das ja alles anders gewesen, können so nämlich häufig leicht entkräftet werden.
„So läuft’s“
Als Ergebnis der Beobachtungen im Unterricht steht jetzt eine Differenzierung der Klasse in Gruppen, die Frau Geus vorgeschlagen hat. In diesen Stunden zeigt sich, dass die Schüler ihr gegenüber sehr offen sind und auf Probleme hinweisen, die sie dem Fachlehrer vielleicht so nicht sagen würden. Auch freuen sich die Schüler richtig auf diese Gruppendifferenzierung, weil sie bei der externen Lehrkraft wohl entspannter, d.h. mit gefühlt weniger Leistungsdruck arbeiten können. Auch wenn diese Gefühl subjektiv ist, ich unterstütze dies durchaus, da es sich insgesamt als förderlich erweist.
Hilfreich ist neben der pädagogischen auch die fachliche Kooperation und Rücksprache mit der Grundschullehrkraft, etwa hinsichtlich des im Englisch-Unterricht der Grundschule behandelten Stoffs. Gerade während der ersten Monate hilft dies bei der eigenen Unterrichtsplanung. Hierzu gehören auch die Besprechung der Inhalte von Leistungserhebungen sowie die gemeinsame Korrektur von Hausaufgaben etc. Die ‚extracurriculare’ Kommunikation per e-mail ist bei all dem hilfreich.
Die Integration der Grundschullehrkraft in sämtliche, die 5. Klassen betreffenden schulischen Vorgänge scheint mir ebenso wichtig. Die Teilnahme an den Klassenkonferenzen und der Lehrerkonferenz gehören hier genauso dazu wie der Elternsprechtag. Dass Frau Geus zu all dem nicht nur bereit war, sondern dies auch teilweise selbst vorgeschlagen hat, zeugt von hohem Engagement – die Konferenzen an der eigenen Schule erfordern ja ebenso ihre Anwesenheit.
Organisatorisch muss der Einsatz der Grundschullehrkraft weit im Voraus geplant werden. Leider sind die Stundenpläne der Grundschulen meist vor denen am Gymnasium fertig. Deswegen bedarf es mitunter einiger „Schiebereien“, um optimale Präsenz zu gewährleisten. Es empfiehlt sich durchaus ein Einsatz vom späten Vormittag in den Nachmittag. Dies eröffnet die Möglichkeit gemeinsamer Gespräche über die Mittagspause. Von Vorteil wäre es auch, in den jeweiligen Fächern eine Doppelstunde zu haben.
„Das braucht’s“
Der Erfolg des Projekts „Übergänge gestalten“ hängt natürlich vor allem vom Engagement der beteiligten Lehrkräfte aus Gymnasium und Grundschule ab. Zu einem nicht unerheblichen Teil spielt jedoch ebenso der gegenseitige Respekt vor der Leistung des jeweils anderen Partners eine große Rolle und ein gegenseitiges Vertrauen, das idealiter auch von Sympathie getragen wird. Alles Voraussetzungen, die für mich bei ‚meiner’ Grundschullehrkraft gegeben waren. Standesdünkel und Vorurteile sind fehl am Platz und unbegründet. Deshalb muss eine solche Kooperation bereits auch zu den Inhalten der Ausbildung gehören. Bei der Einladung eines Grundschulseminars durch unser Studienseminar wurde sehr deutlich, dass hierzu viele Fragen im Raum stehen. Dankeswerter Weise nahm Frau Geus spontan auch hieran teil – im nächsten Jahr wird die Aussprache mit der Grundschullehrkraft wohl fester Bestandteil dieses Tages.
Hilfreich wäre sicherlich eine Art „How to do“-Liste, um den Teams in der Zukunft eine kleine Entscheidungshilfe zu geben – die natürlich individuell anzupassen ist. Die Erstellung einer solchen Liste haben wir bereits angedacht. Für mich persönlich war die Arbeit bis jetzt eine ‚Neuerfahrung’ und Bereicherung und ich möchte Frau Geus an dieser Stelle herzlich dafür danken.
Klauspeter Schmidt, Mitglied der Schulleitung
II .Grundschullehrkraft am Olympia-Morata-Gymnasium
in Schweinfurt: Mein erstes halbes Jahr am Gymnasium (nach meiner eigenen Schulzeit)
Team-Teaching
Eine tolle Sache, die eigentlich Normalität in der Schule sein sollte!
Zwei Klassen bin ich jeweils in Deutsch und Mathematik bzw. Englisch zugeteilt. Die Zusammenarbeit gestaltet sich je nach Fach und Kooperationslehrkraft unterschiedlich, aber immer positiv.
In Deutsch übernahm ich von Anfang an in Absprache immer wieder Stunden. Hier wende ich verschiedene Methoden an, die in der Grundschule Einsatz finden, teilweise leicht abgewandelt. Die Kolleginnen zeigen großes Interesse und Dankbarkeit. Bei Problemen einzelner Schülerinnen und Schüler bin ich da, um die Kinder auch aus dem Klassenverband herauszunehmen und individuell zu fördern.
In Englisch hospitierte ich am Anfang hauptsächlich. Inzwischen ist die Klasse in drei Gruppen geteilt, die von mir im Wechsel regelmäßig aus dem Klassenverband herausgenommen werden. Hier und in der kleineren „übrigen“ Klasse kommen die Kinder natürlich mehr zu Wort als in der gesamten Klasse, was in einem Fach wie Englisch sehr effektiv ist.
In Mathematik stand bis jetzt die individuelle Förderung bei Problemen im Vordergrund. Auch hier ist die Übernahme von Unterrichtseinheiten geplant.
Von allen Kolleginnen und Kollegen werde ich über die Leistungen und den aktuellen Stand der Schülerinnen und Schüler informiert.
Interessant ist es für mich auch, wenn wegen einer Stundenplanänderung andere Lehrkräfte mich dankenswerter Weise an ihrem Unterricht teilhaben lassen. So erhielt ich Einblick in den Englischunterricht einer anderen Lehrerin und in das Fach Geografie.
Elternarbeit
Natürlich rennt man nicht gleich wieder zu einer Grundschullehrerin (das hat man ja gerade erfolgreich hinter sich gebracht) – mit der Zeit steigt aber das Interesse!
Gleich am ersten Elternabend zu Schuljahresbeginn stellten wir, zwei Grundschullehrerin-nen, uns und das Projekt „Übergänge gestalten“ vor. Auch der Schulleitung war es wichtig, dass die Eltern uns, die wir noten- und fachunabhängig ansprechbar sind, kennenlernen.
So kamen bereits am ersten Elternsprechtag Eltern, die unsere Meinung zu ihren Kindern hören wollten.
Inzwischen werde ich auch um Termine in der Sprechstunde gebeten. Die Eltern zeigen sich dankbar für die fächerübergreifende Sicht der Dinge und Tipps.
Austausch mit anderen Lehrkräften
Das Sprechen mit- und nicht übereinander ist unglaublich wichtig für gegenseitiges Verständnis und Anerkennung der jeweiligen Leistung!
Als Teilnehmerin des „Kleeblatts“, das sich ebenfalls um einen besseren Austausch zwischen den verschiedenen Schularten bemüht, organisierte ich eine Unterrichtsmitschau am Gymnasium, an der neben anderen Grundschullehrkräften auch Realschullehrer teilnahmen. Demnächst werden interessierte Teilnehmer eine Englischstunde in meiner Grundschul-klasse sehen können.
Auch außerhalb der Unterrichtszeit, in meiner Freistunde, zeigen sich Kolleginnen und Kollegen des Gymnasiums sehr interessiert. Dieser Austausch ist immens wichtig und sehr fruchtbar.
Sehr positiv gestaltet sich für mich der direkte Kontakt zur Schulleitung, da der Konrektor, Herr Schmidt, ein Kooperationslehrer ist. Auf diese Weise werde ich über Dinge informiert und mit eingebunden, die sonst vielleicht an mir vorbei gehen würden, weil ich nur an einem Wochentag im Gymnasium anwesend bin.
Austausch mit den Seminaren (Grundschule und Gymnasium)
Hier können möglicherweise schon kleine Mäuerchen eingerissen werden!
Bereits im vergangenen Schuljahr berichtete ich zusammen mit meiner Kollegin als Multiplikatorin für „Englisch in der Grundschule“ dem Englischseminar dieses Gymnasiums über das Fach.
Die Unterrichtsmitschau des diesjährigen Englischseminars bei einer Gymnasialkollegin durfte ich miterleben. Im Anschluss stellte ich den Referendaren das Projekt „Übergänge gestalten“ vor.
Auch beim Besuch eines Grundschulseminars im Gymnasium berichtete ich von dem Projekt.
Diese Zusammenarbeit soll künftig weiter ausgebaut werden.
Ein Tag nicht in „meiner“ Schule
Ein Argument, das mich lange überlegen ließ, ob ich an diesem Projekt teilnehmen soll!
Ich bestand darauf, dass an diesem Tag in „meiner“ Grundschulklasse möglichst viele Fächer stattfinden, die ich sowieso nicht unterrichten kann (z.B. WTG und Religion). Als günstig erweist sich die Wahl des Mittwochs, weil er für die Kinder eine Art „Ruhetag“ mitten in der Woche ist, ohne viele Hauptfächer. Auch die Hausaufgaben werden von Dienstag auf Donnerstag gegeben und sind somit frei einteilbar.
Übergang erleichtern
Hierfür bin ich da!
Wir sollen den Kindern beim Übergang helfen. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit allen am Übergang beteiligten Personen, den Schülerinnen und Schülern, den Eltern und den Lehrkräften.
Die Kinder kommen mit Problemen und Bitten, um deren Lösung ich mich bemühe.
Den Eltern versuche ich Tipps zu geben, damit sie ihre Kinder besser unterstützen können.
Mit den Kolleginnen und Kollegen des Gymnasiums tausche ich Erfahrungen aus. Oft fragen sie, welche Voraussetzungen die Schüler aus der Grundschule mitbringen. Diese Informationen kommen auch wieder den Kindern zu Gute.
Mir macht das Unterrichten am Gymnasium großen Spaß. Die Kinder sind sehr dankbar und freuen sich über die von mir gehaltenen Stunden. Ich empfinde es auch als sehr angenehm, Gymnasialkinder zu unterrichten.
Insgesamt halte ich das Projekt für sehr sinnvoll und arbeite gerne daran mit.
Kerstin Geus Lin
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Zum wiederholten Mal fand am 08.12.2011 im Rahmen des Projektes „Übergänge gestalten“ eine...
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