Kunstprojekt am Matth.-Grünewald-Gym und der Vincentinum-GS
Herbstlaub
Wenn sie durch die Lüfte fliegen,
und dann auf dem Boden liegen,
wenn sich ihre Farbe färbt,weiß ich:
Es ist Herbst.
Im Frühling grün,
im Herbste bunt,
manche mit Zacken,
manche rund,
manche rot
und manche gelb,
wenn es von den Bäumen fällt.
Manche klein und manche groß,
liegen sie auf unsrem Hof.
Es gibt sie von Buche und Linde,
bin froh, wenn ich sie finde.
Von Anna-Lea, 5a
Es war die Idee der Kooperationslehrerin Martina Schwarz, die an beiden Schulen, Gymnasium und Grund- und Hauptschule arbeitet und die Jugendlichen persönlich kennt, ungefähr gleichaltrige Schülergruppen mit gleichen Interessen zusammenzuführen und ein Thema aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Ziele des Projektes waren u.a. die Sensibilisierung der Wahrnehmung, die Anregung der Fantasie, das Wertschätzen der Natur, das gegenseitige „Beschnuppern“, um Vorurteile abzubauen, im Miteinander Toleranz und Achtung zu lernen, Brücken zu bauen.Die Klassenlehrerin Ingrid Berlein-Morawe mit ihren kunstbegeisterten Sechstklässlern, die OStR Anne Hock, Kunstlehrerin am MGG, sowie StR Ulrike Zimmermann, Deutschlehrerin am MGG, mit der ebenso motivierten Klasse 5a, sicherten Frau Schwarz ihre Mitarbeit zu.An beiden Schulen sammelten die Schüler Herbstblätter und pressten sie. Im Kunstunterricht beider Schulen betrachteten und sortierten die Schüler das bunte Laub nach Formen, beschrieben die Farben und Strukturen der Blätter. Am 10.12.09 fand ein gemeinsames Treffen der beiden Schulklassen statt, zu dem die Künstlerin Steffi Mayer eingeladen wurde.Sechstklässler des Vinzentinums Die Sechstklässler im Vinzentinum gingen im Kunstunterricht kreativ mit dem Thema Herbstblätter um. Mit bunten Holzstiften zeichneten sie Köpfe, Beine, Pfoten, Tatzen, etc. an die farbigen Blätter – Blättertiere entstanden.Ein gelöchertes, am Rand eingerissenes rotes Blatt mit feinen grünen Blattadern wurde der schuppige Leib einer Echse, ein ovales dunkles Buchenblattverwandelte sich in den Panzer einer Schildkröte.Ein braunes unscheinbares Blatt bekam einen orangenen Schnabel und strahlend blaues Gefieder und wurde ein Paradiesvogel in den Komplementärfarben, ein schmales Weidenblatt schlängelte sich als Schlange über das Zeichenpapier, ein kleines feines Birkenblatt huschte als Eichhörnchen vorbei. Dann schrieben die Schüler Blättertiergeschichten. Fünftklässler des Matthias-Grünewald-Gymnasiums mit OStR Anne HockDie Fünftklässler setzten das Thema Herbstblätter im Kunstunterricht malerisch um. Jeder Schüler zeichnete zuerst den Umriss eines ausgewählten Blattes mit Bleistift. Nun lernte die Klasse die Nass-in-nass-Technik kennen. Farbverläufe entstanden hierbei auf einem feuchten Untergrund. Die Schüler mischten Farbtöne nach ihrem Originalherbstblatt und tupften sie behutsam nach und nach neben die Umrisszeichnung, bis der jeweilige Farbton exakt gefunden war. Dann trugen sie die Farbe Schicht für Schicht auf. Das deckende Malen wiederholten die Kinder, gestalteten Blattadern und Blattränder Strich für Strich. Im Deutschunterricht schrieben sie Herbstgedichte. Das KünstlertreffenAm 10. Dezember trafen sich beide Schulklassen im Zeichensaal des MGG. Eingeladen war die aus Erlabrunn stammende Künstlerin Steffi Mayer. Zuerst stellten die beiden Schulklassen sich gegenseitig ihre Kunstprojekte vor. Ein selbstverfasstes Herbstgedicht der Fünftklässlerin Anna-Lea wurde vorgelesen, danach die Blättertiergeschichte von Sandro aus der 6. Klasse. Nun enthüllte Frau Mayer ihr mitgebrachtes Kunstwerk. Ein lautes Staunen der Schüler war zu hören. Das mitgebrachte Gemälde setzte sich aus vielen farbigen Pinselstrichen zusammen. Zu erkennen waren welke Blätter, beim genauen Hinschauen am Bildrand einzelne Blütenböden. Frau Mayer erzählte, dass sie dieses Bild vor einigen Jahren gemalt habe und es einen Strauß verwelkter Sonnenblumen darstelle.Danach beschrieben die Schüler, was sie auf dem Bild sahen. Sie sprühten vor Fantasie. Entdeckt wurden versteckte Gesichter, ein Fisch, ein Pelikan, etc. Frau Mayer war begeistert. Sie berichtete, dass sie immer reale Dinge als Vorlage nehme, jedoch wolle, dass sich das Bild durch das Betrachten umwandle. Sie freute sich sehr über die kreativen jungen Künstler.Die Farbe des Kunstwerkes wurde analysiert. Ocker, Rotbraun, Dunkelbraun, verschiedene Grüntöne, ein bisschen Weiß, etwas Schwarz, Blau und Rot in den Blütenböden wurde entdeckt. Frau Mayer ließ drei Gefäße mit Farbpigmenten durch die Sitzreihen wandern, während die Kunstlehrerin Frau Hock den Kindern interessante Details über die Herkunft von Farbpulver erzählte. Schließlich beantwortete Frau Mayer noch neugierige Schülerfragen. Wie lange haben sie an diesem Bild gemalt? Wie heißt es? Wie teuer sind Ihre Kunstwerke? Wo stellen Sie Ihre Bilder aus? Welche Motive malen Sie momentan? Welche Ausbildung haben Sie? Wie alt sind Sie?Im Anschluss hatten beide Schulklassen Zeit sich im Kunstraum umzusehen, ihre Werke an Stellwänden im Gang oder auf einem Tisch zu betrachten, das Kunstwerk von Frau Mayer ganz aus der Nähe anzuschauen, miteinander ins Gespräch zu kommen. Martina Schwarz
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