Schulentwicklungstag in Schweinfurt

Schulentwicklungstag in Schweinfurt

Thema:
Schule weiterentwickeln - wir unterstützen Sie! - NETZWERK UNTERFRANKEN

Unterfränkischer Schulentwicklungstag am Staatlichen Beruflichen SchulzentrumAlfons Goppel Schweinfurt

Netzwerk für unterfränkische Schulentwicklung beispielhaft in Bayern

Schulleiter und Lehrkräfte aller Schularten trafen sich am Samstag, dem 21.November 2009 am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Alfons Goppel in Schweinfurt, wo für dieses Jahr bereits der 2. regionale Schulentwicklungstag stattfand. Für die Planung und Organisation des Schulentwicklungstages verantwortlich zeichnete sich das Team der Schulentwicklungskoordinatoren der verschiedenen Schularten in Unterfranken unter der Leitung des regionalen Schulentwicklungsberaters Bruno-Ludwig Hemmert. Tatkräftig unterstützt wurden sie vom ständigen Stellvertreter der Schulleitung, Rainer Schöler, von seinem Mitarbeiter Wolfgang Lechner, von zahlreichen Lehrkräften sowie von den Schülerinnen und Schülern der Alfons-Goppel-Schule. Neben einem professionell gestalteten musikalischen Rahmenprogramm gemeinsam mit der Wilhelm-Sattler Realschule in Schweinfurt sorgten die Berufsschülerinnen und –schüler professionell für eine hervorragende Verköstigung der Tagungsteilnehmer.


Schulen stehen in der Verantwortung, einen systematischen und nachhaltigen Schulentwicklungsprozess in den Bereichen Organisation, Unterricht und Personal zu initiieren bzw. fortzusetzen. Hemmert wies in seiner Begrüßungsrede darauf hin, dass in Unterfranken seit Jahren ein Unterstützungsnetzwerk für Schulen bestehe, welches in Bayern beispielhaft sei. So könnten Schulen auf einen Pool gut ausgebildeter Schulentwicklungsmoderatoren, Unterrichtstrainer, Berater für die Weiterentwicklung der Grundschule und auf Beratungs-rektoren zurückgreifen. Diese Netzwerkgruppen stellten ihre Kompetenz sowie ihre Beratungsangebote den über 200 Besuchern aus allen Schularten zunächst im Überblick im Markt der Möglichkeiten und anschließend ausführlich in Infoshops vor. Kontakte für künftige Einsätze der Gruppen konnten so direkt vor Ort geknüpft werden.

Besonders häufig werden die Netzwerkgruppen im Zusammenhang mit der externen Evaluation angefordert. Diese Maßnahme des Qualitätsmanagements wurde 2003 in Bayern verpflichtend für alle Schulen eingeführt: ein professionelles Team bestehend aus Mitgliedern aus dem Schulbereich in Begleitung eines Externen aus der Elternschaft oder der freien Wirtschaft, spiegelt die Arbeit einer Schule in all ihren Tätigkeitsfeldern. Ein Bericht hält Stärken und Entwicklungsfelder der Schule fest und bietet durch diese Ist-Stands-Diagnose einen fundierten Ausgangspunkt für die weitere Schulentwicklung.

Alexander von Ammon vom Bayerischen Rundfunk moderierte routiniert und eloquent eine Podiumsdiskussion, in welcher Vertreter dreier Schulen (David-Schuster Realschule Würzburg, Zentrum für Körperbehinderte Würzburg und Alfons-Goppel-Schule Schweinfurt) von ihren Erfahrungen mit der externen Evaluation berichteten. Die Evaluationsteams seien ausnahmslos kompetent und wertschätzend aufgetreten und hätten den Schulen durch die Evaluation eine wertvolle Dienstleistung erwiesen, lautete unisono das Fazit der Diskussionsteilnehmer. Die Inanspruchnahme des unterfränkischen Netzwerks im Anschluss an die Evaluation habe wertvolle Impulse und professionellen Input geliefert und darüber hinaus für eine Prozessbegleitung gesorgt.

Irma Amrehn, Schulamtsdirektorin aus Kitzingen, stellte für das Abschlussreferat den ehe-maligen Schulleiter des Deutschhausgymnasiums Würzburg, Oberstudiendirektor a.D. Armin Hackl, vor und bezeichnete ihn als Suchenden auf dem Weg zur Optimierung dessen, was für seine Schüler tatsächlich eine Verbesserung war. Er spannte in seinem Vortrag den Bogen von der Schulentwicklung zur Werteerziehung. Gerade in Zeiten realer oder gefühlter Krisensituationen würden Rufe nach einer Wiederbelebung von Werten laut, wobei laut Hackl anerkannte Untersuchungen wie der Shellreport eindeutig belegen, dass eine mangelnde Wertebindung Jugendlicher nicht vorläge.

Schulentwicklungen, die ein Ziel bestimmen ohne die Wertgrundlage erarbeitet zu haben, sind meist flüchtige Prozesse ohne Nachhaltigkeit. Wirkliche Schulentwicklung bedarf eines Wertefundaments. So müsse sich jede Schule am Anfang eines Schulentwicklungsprozesses die Frage stellen, welche Werte so wichtig seien, um ein spezifisches schulisches Profil darauf aufzubauen. Die Frage, was in einer Schule als „wertvoll“ erlebt werden soll, ist somit eine zentrale Frage für ein Leitbild, eine Schulverfassung und ein Schulprogramm.
Mit einem Zitat von Aebele wies Hackl abschließend auf die überragende Rolle der Lehrkräfte im Prozess der Werteerziehung hin: „Nie wird der Seefahrer den Polarstern erreichen. Aber immer braucht er ihn, um die Richtung zu halten. Einem solchen Seefahrer gleicht auch der Erzieher“.

Weitere Informationen unter: www.seb-ufr.de

Alle Fotos: Rudolf Schmitt, Ministerialbeauftragter für die Gymnasien in Unterfranken

Bericht:
Manuel Schmidt, Stv. Schulleiter der VS Ostheim v.d. Rhön (Hauptschule)

Irma Amrehn, Schulamtsdirektorin im Staatlichen Schulamt im Landkreis Kitzingen - Schulentwicklungskoordinatorin für die Volksschulen

© 2008 Virtuelle Schule e.V.