Kooperation RS-HS in Hofheim (Ufr)
Das Konzept des Schulversuchs
von RSR H.Holzmann - in Zusammenarbeit mit dem MB für Realschulen in Unterfranken LRR Johann Seitz
* Es finden gemeinsame Förderkurse in der Jgst. 5 mit je einer Lehrkraft aus Haupt- und Realschule in den Kernfächern statt. Grundlage ist hierbei der Lehrplan der Realschule.
Deutsch (an der Realschule, 14-tägig eine Doppelstunde, 10 Real- und 5 Hauptschüler)
Englisch (an der Hauptschule, wöchentlich eine Doppelstunde, 6 Real- und 4 Hauptschüler; hier doppelte Förderung, da sich die Schere zwischen beiden Schulen hier wahrscheinlich am weitesten öffnen wird)
Mathematik (an der Realschule, 14-tägig eine Doppelstunde, 11 Real- und 8 Hauptschüler)
Sobald erste Leistungsnachweise vorliegen, werden die Kurse individuell angepasst und von der Teilnehmerzahl her erweitert. Bis jetzt zählt nur Freiwilligkeit.
* Austausch von Schülern im Wahlunterricht.
Die Hauptschule bietet an:
AG Theater/Schulspiel
AG Umwelt
AG Modellbau
Vorbereitungskurs „Quali“ (2. Halbj.)
Berufseinstiegsbegleitung (Modellversuch an HS)
Angebot der Realschule:
AG Schulorchester
Übungen Bio-Chemie (Jgst. 5 und 6)
AG Schulfotografie
* Offene Ganztagsbetreuung unter der Regie der Hauptschule (im Moment 10 Realschüler)
Details
Ausgangslage
„Junge Menschen sollen unabhängig von ihrer Herkunft ihre individuellen Fähigkeiten und Talente nutzen und entfalten können“ (Zitat Koalitionsvertrag).
Wir sehen ein Angebot vor, das als Kooperationsmodell an der Schnittstelle zwischen Haupt- und Realschule eine höhere Durchlässigkeit gewährleistet, die individuelle Förderung verbessert und die Chancengleichheit sicherstellt. Wir wollen das Begabungspotential jedes einzelnen Schülers bzw. jeder einzelnen Schülerin noch besser kennen lernen und individuell fördern. Wir hoffen zudem, die geplante Kooperation der Haupt- und Realschule weiter entwickeln zu können.
Beide Schulen können nur profitieren, weil mit einem dezidierten Schulprofil eine hohe Akzeptanz bei den Eltern erreicht werden kann, im nördlichen Landkreis und darüber hinaus.
Durch diese modellhafte Bildungseinrichtung würde eine erhebliche Stärkung des „ländlichen Raumes Hofheim“ erreicht. Der Schulstandort Hofheim könnte langfristig trotz der negativen demographischen Entwicklung erhalten werden.
Ziele
Durch Intensivierungskurse in Deutsch, Mathematik und Englisch kann es gelingen, schwächere Realschüler zu stabilisieren und Hauptschüler zu motivieren gezielt auf den Realschulabschluss bzw. Realschulübertritt hinzuarbeiten.
Grundlage für diese Kurse ist der Lehrplan der Realschule. In den Intensivierungskursen unterrichtet jeweils ein Lehrerteam, das je zur Hälfte aus Lehrern der Realschule und Hauptschule besteht. Wir wollen dabei auf eine sehr enge Zusammenarbeit Wert legen, die sich in gemeinsamen Besprechungen dokumentiert, die sowohl inhaltlich und methodisch Schwerpunkte setzen. Unterrichtet werden sollen Realschüler mit Förderbedarf und Hauptschüler, die ein hohes Leistungsniveau mitbringen.
Ein wichtiges Ziel unseres Konzeptes ist eine Verbesserung der Durchlässigkeit zwischen Hauptschule und Realschule. Eine weitere Aufgabe unseres „Lehrerteams“ soll es sein, zusammen mit den Schulleitungen der kooperierenden Schulen darüber zu entscheiden, ob Schüler aus der Hauptschule, die die Intensivierungskurse besuchen, geeignet sind für den Übertritt an die Realschule.
Zudem planen wir, dass das „Lehrerteam“ in Zusammenarbeit mit den Beratungslehrern der jeweiligen Schule die Eltern mit Zielrichtung Schulwechsel intensiv berät. Der Vorteil ist unverkennbar. Emotionale Barrieren beim Übergang Realschule zur Hauptschule können abgebaut und den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen kann man besser gerecht werden. Dabei können Übertritte von der Jahrgangsstufe 5 der Hauptschule in die Jahrgangsstufe 6 der Realschule erleichtert werden (später 6 in 7).
Um den QA der Hauptschule als Externe besser bestehen zu können, bieten wir Realschülern die Teilnahme an arbeitspraktischen Fächern an. Zudem möchten wir diesen Schülern auch im 2. Halbjahr der 9. Jahrgangsstufe die Möglichkeit geben, einen Vorbereitungskurs in den weiteren QA-Fächern zu besuchen (jeweils Nachmittagsunterricht).
Im weiteren Verlauf des Modellversuchs wollen wir erproben, ob es möglich ist, dass M-Schüler, die eine besondere Begabung aufweisen, an „Talentkursen“ an der Realschule teilnehmen können (Schaffen eines Portfolios)
Wir sehen vielfältige Möglichkeiten der Zusammenarbeit im musischen und sportlichen Bereich. Für das Fach Musik können AGs beispielsweise im Orchester-, Chor- oder Instrumentalbereich zusammengestellt werden. Aktuelle Möglichkeiten ergeben sich im Bereich Sport mit gemeinsamen Tischtennis-, Badminton, Fußball- und Schwimmkursen.
Wir können uns auch vorstellen mehr Mädchen für technische Berufe zu begeistern, indem wir die vorhandenen Möglichkeiten nutzend einen Wahlunterricht in Technik für Mädchen anbieten.
Es ergeben sich außerdem vielfältige Möglichkeiten der Kooperation, z.B. Modellbau, CAD-Kurs, Photographie, Schulspiel u.s.w.
Gemeinsame Projekte und Wettbewerbe stehen auch auf der Liste unserer Vorstellungen.
Einen hohen Stellenwert sehen wir auch auf dem Gebiet der Berufsvorbereitung, in der Zusammenarbeit unserer beiden Schulen mit der Wirtschaft. Die an der Hauptschule installierte Berufseinstiegsbegleitung ermöglicht uns im Bereich der Berufsorientierung, der Berufsberatung, des Bewerbertrainings, der Betriebserkundung weiter Möglichkeiten eng zusammenzuarbeiten.
Gemeinsame Schulpartnerschaften und Patenschaften sind im außerunterrichtlichen Bereich denkbar und stärken ein Gemeinschaftsgefühl.
Eine Kooperation von zwei Schulen impliziert natürlich auch eine enge Zusammenarbeit der Lehrerkollegien. Dies können wir durch gemeinsame Fortbildungsangebote, gegenseitige Hospitationen und Lehrerkonferenzen erreichen. Beides trägt zur Weiterentwicklung und Qualitätssicherung unseres Kooperationsmodells bei.
Fazit
- Wir versprechen uns eine deutlich spürbare Qualitätssteigerung und Sicherung des Schulstandortes Hofheim
- Wir hoffen auf eine höhere Leistungsbereitschaft der Schüler durch eine Stärkung ihres Bewusstseins
- Wir planen eine intensive und erfolgversprechende Vorbereitung auf alle Abschlüsse der beteiligten Schulen
- Wir wollen Fehlleitungen der Schüler vermeiden
- Wir könne eine zielsichere Berufswahl in die Wege leiten
- Wir verringern die Anzahl der Wiederholungen durch gezielte Beratung und Abbau emotionaler Barrieren
- Wir glauben an eine Verbesserung der Anschlüsse an andere Bildungseinrichtungen
- Wir bitten um eine großzügige Handhabung der Fahrtkostenregelungen (Maroldsweisach, Stadtlauringen)
- Wir bitten bei der Lehrerzuweisung (über das Budgetierungsmaß hinausgehend) zusätzlich um 4 Lehrerwochenstunden für die Realschule. Dieser Bedarf sollte in den kommenden Schuljahren passend ausgebaut werden.
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