Übergabekonferenz (GS-HS)
Übergänge gestalten
Baustein Übergabekonferenz Grundschule – Hauptschule Hammelburg
Von Ulrich Müller , Schulberatungslehrer
HS Hammelburg, Bad Kissingen, Maßbach - VS Nüdlingen, Thundorf – Rothhausen, GS Maßbach - Poppenlauer
- Durch Zusammenarbeit abgebender GS und aufnehmender HS
- werden pädagogisch und organisatorisch relevante Informationen über spezifische Probleme einzelner Schüler weitergegeben, müssen also nicht erst im Laufe eines neuen Schuljahres mit erheblicher zeitlicher Verzögerung neu erfasst und ausgewertet werden,
- können bewährte Hilfs- und Förderstrategien nahtlos fortgeführt, misslungene dagegen ausgeschlossen werden,
- wird die Arbeit der GS – Kollegen gewürdigt,
- wächst Kooperation zwischen den Schulen aus organischen, sprich schülerorientierten Notwendigkeiten heraus, zwischen Kollegen, unabhängig von den Schulleitungen,
- werden insbesondere die Beratungsdienste dadurch entlastet, das bereits geleistete Beratungsarbeit gesichtet wird.
- Grenzen
- für mehr als zwei neue HS – Klassen ist sehr viel Zeit notwendig,
- die beteiligten Schulen sollten für alle Klassenleiter (s.u.) und Beteiligten zum Schuljahresende (!) einen Termin finden,
- der Status der Datenübergabe ist datenschutzrechtlich fragwürdig, besteht doch gegenüber Kindern und Eltern ein justitiabler Vertrauensschutz (evtl. Elterninfo),
- die Wahrnehmung sogenannter Problemschüler ist je nach Lehrerpersönlichkeit recht unterschiedlich.
- Zeitrahmen:
- Seit 6 Jahren
- jeweils sehr spät im Schuljahr (Klassenbildung sollte weitgehend abgeschlossen sein)
- Dauer: ca. 2 Stunden für die Schüler von 2 zukünftigen HS – klassen
- Ort:
- gemeinsamer Seminarraum GS/ HS Hammelburg (beide Schulen ansonsten organisatorisch getrennt)
- zentrale Lage hier auch für andere abgebende GS (Wartmannsroth)
- Beteiligte:
- Klassenleiter der 4. Klassen
- BL von GS und HS als Moderatoren
- Künftige Klassleiter der 2 HS – klassen
- Im Vorfeld: Schulleiter aller beteiligten Schulen, dadurch dienstliche Absicherung
- Material:
- Schülerlisten GS/ neue HS – klassen
- Checkliste: Relevante Informationen für Übergabe (s. 2. Blatt!)
- Schülerakte
- Organisation
- im Frühjahr Kontakt der BL als Koordinatoren
- Hinweise der GS - KL bei einem Elternabend auf Übergabekonferenz , evtl. mit Einverständniserklärungen für Datenaustausch (muss nicht sein, da insbesondere die Eltern der betroffenen Schüler jeder Hilfe sehr positiv gegenüberstehen)
- jeder BL spricht Konferenz mit Schulleiter ab (Absicherung, Transparenz, Schulentwicklung, Förderung der Kooperation)
- Anfang Juli: alle GS – Lehrkräfte erhalten mit der Einladung „Checkliste“ zu relevanten Informationen und können sich so ihre eigenen Klassen und Problemschüler genau ansehen
- Terminabsprache mit den Beteiligten oft schwer, durch späte Klassenbildung bedingt
- für das Treffen genügend Zeit (und auch Kaffee etc.) einplanen, da neben der bloßen Information auch der Austausch zwischen ansonsten entfernten Kollegen nicht zu unterbinden ist (z.B.: 14.30 – 17.00)
- Ablauf
Die abgebenden Lehrer äußern sich klassenweise zu den Schülern, die übergaberelevante Auffälligkeiten haben:
- extreme Leistungsprobleme
- Teilleistungsstörungen, LRS, Legasthenie, Dyskalkulie
- Behinderungen
- Sprachprobleme/ Migrationshintergrund
- Familiäre Probleme (Scheidung, Todesfälle)
- Seelische Schwierigkeiten oder Erkrankungen
- Massive Schulversäumnisse
- Arbeit mit Beratungslehrer/ Schulpsychologe/ MSD
- KL – einschätzung
- (s. Anschreiben)
-
Der „aufnehmende“ L der HS sowie der BL der HS notieren wichtige Fakten, fragen nach, andere GS – kollegen ergänzen Einzelheiten.
Unauffällige, normale, belastbare Schüler werden nicht kommentiert, da sonst der Zeitrahmen gesprengt würde. Die Moderation muss darauf achten, dass je Einzelschüler zügig vorangegangen wird und dass die Kollegen diszipliniert informieren, ohne dabei zu gängeln. Mit ein bisschen Glück kann man so am Ende noch eine halbe Stunde Kaffee – Gespräche herausholen.
Bei entsprechenden Empfehlungen kann:
- die Schulleitung der HS auf genannte Probleme eingehen (Klassenzusammensetzungen, Ganztag/ Regelklasse, Anforderung von MSD, Einsatz von Förderlehrern, Förderstunden),
- der KL der HS seine Arbeit entsprechend vorbereiten (Sitzordnung, frühe Elterngespräche, Kontakte zu bisherigen Beratungsdiensten, zu eigenen Beratungsdiensten, Studium der Schülerakten, Konztakt zum Jugendamt, Einlesen in Fachliteratur (Autismus, Sehbehinderung..)
- der BL der HS mit Schulleitung und Lehrer entsprechende Förder- und Hilfsmaßnahmen einleiten und gegebenenfalls erforderliche Überprüfungen (Legasthenie) vorbereiten
ANHANG:
Einladung zur Übergabekonferenz
Liebe ...,
liebe Kolleginnen der 4. Klassen aus der Grundschule Hammelburg,
wie wir ja bereits in vielen Einzelgesprächen während des Schuljahres, etwa beim Beratungsabend der Grundschule, miteinander abg-sprochen haben, wollen wir, die zukünftigen Lehrer der 5. Klassen, uns im Vorfeld der Klassenbildung für das kommende Schuljahr mit Euch als „abgebenden“ Kollegen zu einem Gespräch über Schüler und zukünftige Klassen zusammensetzen. Dabei wurde der kommende Dienstag, der 1.Juli, ab 13.00 , Grundschule vorgeschlagen.
Aus unserer Sicht gibt es eine Menge wichtiger Fragen über unsere zukünftigen Schüler
- gibt es stark verhaltensauffällige Schüler,
- leiden einzelne Kinder unter nachhaltigen Lern- und Leistungsstörungen,
- welche Maßnahmen können hier helfen,
- welche Stärken haben die Kinder,
- welche Arbeitsweisen wurden eingeschult,
- welche Einstellungen und Erwartungen der Elternschaft sind zu erwarten,
- besteht Interesse, die 4. Klässer an einem „Schnuppertag“ durch die Hauptschule führen zu lassen?
Wenn im Einzelfall nötig, wäre es sicherlich hilfreich, informative Unterlagen wie einzelne Schülerakte oder Klassenlisten mitzubringen. Wir freuen uns, dass Ihr als erfahrene Klassenlehrer uns im Rahmen dieses Treffens das nötige Vertrauen und Vorwissen gebt, um im neuen Schuljahr arbeitsfähige Klassenverbände aufzubauen und auf Eurer fundierten Vorarbeit aufbauen zu können.
Mit kollegialen Grüßen
...
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