Projekte im Rahmen des Einsatzes
Werwolf, Dorfschullehrer und rappende Friedhofsmauern...
Werwolf, Dorfschullehrer und rappende Friedhofsmauern begeistern Grundschüler
Im Rahmen des Projektes „Übergänge gestalten“ luden Friedrich Knorpp (Gymnasiallehrer) und Martina Schwarz (Grundschullehrerin) am Dienstag, den 11. November, zwei Grundschulklassen an das Matthias-Grünewald-Gymnasium ein. Die Klasse 5b präsentierte das Improvisationstheater „Der Werwolf“ von Christian Morgenstern, welches im Deutschunterricht der beiden Lehrkräfte entstanden war.
Christine Baunach, Grundschullehrerin aus der benachbarten Goetheschule folgte der Einladung mit der Religionsgruppe der 4. Jahrgangsstufe. Den längeren Weg aus dem Grombühl nahmen Nicole Werner, Klassenlehrerin der altersgemischten Klasse 3/4 und Förderlehrerin und Leiterin der Theatergruppe Kerstin Bühl mit ihren Schülern auf sich.Das Theaterstück des düsteren und humorvollen Gedichtes begann wider erwarten mit heiteren, fröhlichen Freizeitspielen in einem Park. Die Fünftklässer Leo und Leopold kickten einen Fußball geschickt hin und her und ließen ihn auf der Ferse tanzen – ohne Ball. Ein überschwänglicher Herr (Andreas) ließ seinen verspielten Hund (Robin) beängstigend nah an einen ängstlichen Herrn (Lukas) heran. Zum Glück hielt er in der Hand eine Leine. Doch wo war sie? Sarah und Kim, zwei Schülerinnen tranken ein Tässchen Tee im Freien – kein Geschirr zu sehen. Vier Mädels (Alisha, Clara, Pauline und Alina) setzten sich auf eine Picknickdecke und plauderten – Wo war die Decke? Jetzt ließen sich zwei Kinder (Kim und Raphael) auf einer Parkbank nieder, welche tatsächlich auf der Bühne stand. Sie schauten in ein Buch – ein Buch? Das Buch fehlte natürlich und was sie lasen, das sprachen sie auswendig. Alle Schüler spielten und zeigten ihre Aktivitäten pantomimisch. Die pfiffigen Spielszenen hatten sie sich im Unterricht selbst ausgedacht und mit ihren Lehrern einstudiert.Das aus originellen Ideen und liebevollen Details zusammengepuzzelte Theaterstück verzichtete auf aufwendige Kostüme und Requisiten. Es lebte von der Spielfreude der Fünftklässer, ihren unterschiedlichen Talenten und Begabungen, sowie der Reduktion auf das Notwendigste.Der heitere Park verwandelte sich beim „Vorlesen“ der Lektüre mit Hilfe einiger dunkler Stoffe und dem Einsatz einfacher Instrumente (Raschelkorb mit Herbstblättern, Rieseltrommel und Nussknacker mit Nüssen) in einen finsteren Friedhof.Wolfsheulen kündigte einen fürsorglichen Familienvater (Manuel) an, der sich sozusagen „im Handumdrehen“ in ein gruseliges Untier verwandelte. Ein Döschen schwarzer Fettschminke diente der Verwandlung. Ein gespenstisch wirkender, strenger Dorfschullehrer (Lukas) stieg auf aus seinem Grab, so wie es der Gedichttext vorsah und wir es uns vorstellten.Auf die Bitte des Werwolfs an den Dorfschullehrer: „Bitte beuge mich!“ begannen die Bäume zu flüstern, die Friedhofsmauern zu rappen, Streetdancer lösten sich aus uraltem Gemäuer. Sie tanzten, deklinierten und zeigten akrobatische Kunststücke. Der ganze nächtliche Friedhof geriet aus allen Fugen.Diese Art der Deklination machte nicht nur den Fünftklässern riesig Spaß, sondern beeindruckte auch die zuschauenden Grundschulklassen sehr. Das Besondere dieses Theaterstückes war, dass vom Anfang bis zum Ende alle dreißig Kinder der Klasse 5b auf der Bühne standen und im Einsatz waren. So „schieden“ schließlich alle Schauspieler gemeinsam mit dem traurigen aber dankbaren Werwolf von der Bühne.Die Schüler und Lehrer erhielten einen großen Applaus und viele lobende Worte für ihre Arbeit.Im Anschluss an die Gedichtpräsentation aßen die schauspielenden und zuschauenden Kinder gemeinsam „Werwolfplätzchen“, z.B. Schokotatzen mit Mandelsplitterfußzehnägeln, die einige kreative Mütter der Fünftklässer gebacken hatten (Herzlichen Dank!)Die neugierigen Dritt- und Viertklässer informierten sich über die regulären Klassen des MGG´s, die besondere Ganztagesklasse und das Internat. Sie stellten Fragen zum Unterricht und zum Einsatz der Lehrkräfte.Die Schüler des Vinzentinums besuchten bei einer anschließenden Führung noch den hellen freundlichen Neubau des Gymnasiums und ließen sich das Schulhaus zeigen.(Text und Bilder : M. Schwarz)
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