Erste Rückmeldung im Januar
Für eine erste Rückmeldung wurden zwei Dienstbesprechungen angesetzt, an denen von jedem staatlichen Gymansium die eingesetzte Grundschullehrkraft sowie eine Lehrkraft des Gymnasiums teilnahmen. Der folgende Bericht zeigt eindrucksvoll, wie intensiv die Arbeit vor Ort geleistet wird. Übereinstimmend wird der Wunsch geäußert, dieses Modell in Zukunft zu institutionalisieren und ggf. auszuweiten.
An den Veranstaltungen nahmen auch der Ltd. Reg.schuldirektor Günter Renner (Reg. von Unterfranken) und die Schulentwicklungskoordinatorin Frau Schulamtsdirektorin Irma Amrehn, Schulamt Kitzingen teil.
Feedback1: Erfahrungen und Perspektiven
Tagung: Kooperation Grundschule – Gymnasium
Alexander von Humboldt Gymnasium, Schweinfurt /Wirsberg Gymnasium, Würzburg 21.+ 27.01.2009
1.) Erfahrungen
a.) positive
- Abbau von gegenseitigen Vorurteilen
- Team-Teaching bringt viele neue Erkenntnisse hinsichtlich der Unterschiede in der Methodik sowie der Inhalte (vorhandene Brüche werden erkennbar) und der Umsetzung der Lehrpläne.
- Bei gleichzeitiger Anwesenheit beider Lehrer im Unterricht: verbesserte Rückmeldung für Schüler z.B. bei der Heft- und Hausaufgabenkontrolle; Schüler fühlen sich besser wahrgenommen, intensivere Schülerbeobachtungen werden möglich (wichtig gerade für Problemfälle).
- Deutliche Verbesserung der individuellen Förderung, mehr Differenzierungsmöglichkeiten z.B. durch kleinere Gruppen, Klassenteilung und Stützkurse für schwache Schüler am Nachmittag, mehr Raum für offene Unterrichtsformen; dies verbessert auch das Lehrer-Schüler-Verhältnis.
Die hohe Prognosesicherheit der schriftlichen Beurteilung aus den Grundschulzeugnissen wurde gewürdigt. - Rechtschreib- und Methodentraining werden als zusätzliche Kurse angeboten.
- Korrekturarbeit wird geteilt => Entlastung der Gymnasiallehrkraft
- GS-Materialien werden erfolgreich in den Unterricht eingebaut.
- Sprechstunde für Kinder, Lehrer, Eltern; Grundschullehrkraft als vertrauensvoller Ansprechpartner hat sich bewährt ist. An einigen Schulen muss die angebotene Möglichkeit noch stärker bekannt gemacht werden.
Anfangs als ungewohnt empfunden, dann zunehmend positiv bewertet:
- Die Variabilität im Einsatz und mögliche Orientierung an der jeweiligen Schulsituation.
- „Runder Tisch“ aus Grundschul- und Gymnasiallehrkräften wird an einer Schule sehr erfolgreich praktiziert
- Der Einblick in die Unterrichts- und Schulorganisation eines Gymnasiums hilft den GS-Lehrkräften, die Grundschüler besser auf den Übertritt vorzubereiten
b.) negative
Erfahrungsweitergabe an das Gesamtkollegium noch mangelhaft
- zu geringer Einsatz in den einzelnen Klassen (1 Stunde pro 5. Klasse bei Teamteaching in mehreren Klassen ist zu wenig).
- Häufig sind private Treffen zum Austausch und zur Vorbereitung des gemeinsamen Unterrichts notwendig, da während der Schulzeit zu wenig Zeit ist; dies führt zu einer deutlichen Mehrbelastung, die auf Kosten der Akzeptanz dieses Projekts geht.
- Beratungsstunde wird von Eltern kaum wahrgenommen, obwohl GS-Lehrkraft ausreichend vorgestellt wurde (schriftlich, persönliche Vorstellung,…). Offensichtlich wird die Fachkompetenz der GS-Lehrkraft für gymnasiale Fragestellungen von Elternseite aus nicht ausreichend hoch bewertet
- Für zusätzliche Kurse außerhalb der Unterrichtszeit, die von der GS-Lehrkraft angeboten werden, ist es schwierig Schüler zu bekommen
- Rücklauf zur Grundschule fehlt; eine Reihe von Grundschullehrkräften ist ausschließlich am Gymnasium tätig, wodurch der Kontakt zur Grundschule verloren geht.
- Teamteaching teilweise schwierig, da ungewohnt.
- Belastung der Lehrer wird durch neue Aufgabe weiter erhöht.
- Voraussetzungen der Grundschullehrer sind unterschiedlich.
Zugeordnete Lehrkraft nicht im eigenen Sprengel, Vorbereitungszeit des Projektes war zu kurz.
2.) Was soll Ihrer Ansicht nach geändert werden?
a.) im 2. Halbjahr
- unbedingt Zeitfenster für Absprachen schaffen (Anrechnungsstunden)
- Effizientere Verbreitung der neu gewonnenen Erkenntnisse innerhalb der einzelnen Schulen.
- Regelmäßiger Erfahrungsaustausch zwischen den an fortführenden Schulen eingesetzten Grundschullehrkräften
- Gemeinsamen Methodenkatalog auf beiden Seiten ausprobieren, Methoden aus der Grundschule weiterführen
- Einsatz der Grundschullehrkraft im Probeunterricht
- Elternveranstaltung für kommende 5. -Klässler
- Gezielte Zusammenarbeit der Grundschullehrkräfte mit den Lehrerinnen und Lehrern der zukünftigen 5. Klassen => frühzeitige Planung nötig
- Beginn von Hospitationen der Gymnasialkollegen auch an Grundschulen, um gegenseitigen Austausch zu intensivieren
- Gemeinsame Sprechstunde Grundschullehrkraft/Gymnasiallehrkraft
- Tandemunterricht sollte gefördert werden, da sehr effizient
b.) im nächsten Jahr
- vermehrter Einsatz zur Förderung und Übung, Kombination von eigenverantwortlichem Unterricht und Intensivierung
- Einsatz der gleichen Lehrkräfte im 2. Jahr, Kontinuität aufbauen
- Ausweitung der Stundenzahl, mehr Grundschullehrkräfte pro weiterführender Schule,um einzelnen GS-Lehrkräften einen verstärkten Einsatz in einer Klasse zu ermöglichen
- Zeitfenster schaffen für Kontakt zur Grundschule (falls GS-Lehrkraft nur am
Gymnasium) - Unterstufenbetreuer und Grundschullehrkräfte müssten mehr zusammenarbeiten
Gymnasiallehrer an einem Vormittag für Grundschulbesuch freistellen - Stundenpool für Gymnasiallehrkräfte schaffen: im ersten Halbjahr Förderunterricht oder Klassenteilung am Gymnasium, im zweiten Halbjahr Einsatz an der Grundschule
- Pädagogischer Arbeitskreis „Übergänge gestalten“ für zukünftige Fünftklasslehrer bzw. verpflichtende Hospitationen an einer Grundschule
- Wiedereinführung der Teilnahme von Grundschullehrkräften am Probeunterricht
Bessere Vorbereitung der Lehrer auf dieses Projekt und dessen Ziele
Weitergehende Verbesserungsvorschläge:
- Verpflichtendes Praktikum für Lehramtsstudenten Gymnasium an Grundschulen
- "Lernen lernen" sollte an die Grundschule verlegt werden
- Teilnahme der Grundschullehrkräfte an den Informationsveranstaltungen zum Übertritt
- Zusätzlicher Einsatz des MSD auch im Gymnasium
- 4. Klasse Grundschule, 2. Halbjahr: leistungsdifferenzierte Gruppenarbeit mit
Gymnasiallehrkraft die Gruppen übernimmt - Problematik der 45-Minuten-Stunden angehen
- Für die Hospitation der Gymnasiallehrer an der Grundschule:
-gezielte Hospitationsaufträge zu bestimmten Schülern,Schülerbeobachtung
-Teilnahme an Elterngesprächen
-konkrete Anforderung der Gymnasiallehrkraft durch die Grundschule - Kooperationsbeauftragte an der Grundschule
- Kontinuität der Lehrpläne => Koordinierung der Lehrpläne
- Am Ende der 5. Klasse werden Ergebnisse der Schüler an die ehemalige Grundschule verschickt, Rückmeldung der Prognose
- Grundschul-Englischunterricht liefert keine vernünftige Grundlage, stattdessen besser mehr Lese- und Rechtschreibtraining in der Grundschule.
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