Einsatz von Grundschullehrkräften an weiterführenden Schulen in Unterfranken

Grundschule - Gymnasium: gemeisnames Feedback
Grundschule - Gymnasium: gemeisnames Feedback

„Kooperation GS-GY“    Tagungen am 20./21. Juli   in Würzburg bzw. Schweinfurt

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Das dritte Treffen der an den unterfränkischen Gymnasien eingesetzten Grundschullehrkräfte brachte eine weitere Bestätigung, dass diese Maßnahme hilft, den Übergang von der Grundschule zu weiterführenden Schulen zu erleichtern. Die Erfahrungen sind durchwegs sehr positiv. Die hier publizierten Workshopergebnisse geben  punktuelle Auffälligkeiten wieder. Ziel der Workshops war es, Hilfen für eine Optimierung des Einsatzes im nächsten Schuljahr zu geben.

Auch bei diesem Treffen war die Regierung durch Ltd. Regierungsdirektor Günter Renner vertreten; die Organisation hatte OSTR Michael Hunger . (RLFB)

Schulamtsdirektorin Irma Amrehn ( langjährige Leiterin einer Arbeitsgruppe an der Regierung von Unterfranken, die es sich zur Aufgabe machte,  zukunftsfähige Strukturen zur optimalen Förderung unserer Jugend zu schaffen  ) berichtete u.a. von der Arbeit des "Qualitätszirkels" an der ALP in Dillingen und kündigte eine Handreichung für den Herbst an.

MB Rudi Schmitt konnte von jedem staatlichen Gymnasium eine Grundschullehrkraft sowie eine Kollegin bzw. einen Kollegen vom Gymnasium begrüßen.Zusammenfassung der Workshop-Ergebnisse

1.) Welche positiven Veränderungen ergaben sich im Verlauf des zweiten Halbjahres?
- Kernfachlehrerkonferenzen etablieren sich langsam;
- Grundschullehrkräfte erhalten einen tieferen Einblick in den Unterrichtsablauf im Gymnasium und können die Schüler somit in Zukunft gezielter auf das Gymnasium vorbereiten;
- die vermehrten gegenseitigen Hospitationen verbessern das gegenseitige Verständnis und  erhöhen den Respekt vor der Arbeit der anderen;
- das Methodenlernen wird bei Schülern wie auch bei Lehrern gefördert;
- mehr Team-teaching erlaubt gezieltere Förderung einzelner Schüler („helfende Hände“), dadurch auch höherer Lernzuwachs;
- kleinere Lerngruppen möglich wodurch die individuelle Förderung verbessert werden konnte; teilweise konnten auch die Intensivierungsgruppen nochmals geteilt werden;
- neuer Blick auf die Gymnasialkinder: besseres Verständnis für deren Situation seitens der Gymnasiallehrer;
- mehr fächerübergreifendes Arbeiten;
- stärkere Wahrnehmung der Grundschullehrkraft an der jeweiligen Schule (Institutionalisierung), auch außerhalb des Unterrichts (z.B. Elternabende)
- Als sehr positiv wurde ein zusätzlicher Einsatz an der Grundschule empfunden allerdings nur dann, wenn die Lehrkraft in der 4. Klasse eingesetzt wird und die Grundschule zum Sprengel des Gymnasiums zählt.
- Beteiligung der Grundschullehrkraft am Infoabend für die neuen Gymnasiasten aber auch zur Beratung der Eltern an den Grundschulen;
- mehr Projektarbeit;
2.) Welche negativen Veränderungen ergaben sich im Verlauf des zweiten Halbjahres?
- Interesse an Kooperation seitens der Schulleitung könnte teilweise größer sein.;
- nach wie vor hoher zusätzlicher Zeitaufwand für Absprachen;
- Bedenken von Seiten der Funktionsträger und der Verbände, bestehende Konzepte zu verändern
- Kommunikationsfluss zwischen Regierung und Schulamt kann punktuell noch verbessert werden.
- Fachliche Kontroversen zwischen Grundschul- und Gymnasiallehrern (Beispiel Englischunterricht)

-Beobachtung: Gymnasiallehrer wissen oft wenig über den Leistungsstand eines Schülers in anderen Fächern  
- Hospitationen scheitern oft am Organisationsaufwand.
- insgesamt wenig organisatorische Veränderungen um den neu entstandenen Bedürfnissen gerecht zu werden;
- Beratungsstunde am Gymnasium wurde nur punktuell genutzt.
 
3.)Entwickeln Sie Vorschläge, wie die Rückkopplung der am Gymnasium eingesetzten GS-Lehrkräfte mit der Grundschule erfolgreicher gestaltet werden kann!
 
- Kollegenbrief
- Kooperationstreffen
- regelmäßige Informationsbesuche an der GS
- Einsatz der abgeordneten GS-Lehrkräfte bei den Elternsprechtagen der Grundschulen;
- runder Tisch der zugeteilten Grundschulen;
- Vorträge / Berichte im Rahmen der Lehrerkonferenz an der Grundschule;
- Vortrag von eingesetzten Lehrkräften bei der Dienstbesprechung der Schulleiter der Grundschule.
- Erfahrungsaustausch unter den Lehrerinnen und Lehrern der 3. bis 5. Klasse, organisiert von den eingesetzten Grundschulkräften als regionale Lehrfortbildung. Veranstalter Schulamt.


4.) Entwickeln Sie Vorschläge für den Besuch von Gymnasiallehrern an einer Grundschule bzw. umgekehrt!


 - Grundschullehrkraft besucht ab Mai zuführende Grundschulen
Ziel: Information der Kinder
- Gymnasiallehrkräfte besuchen während des ganzen Jahres Unterricht in verschiedenen Grundschulen;
-Zusammenarbeit mit den GS-Seminaren
- gezielte Hospitation bei Freiarbeit und bei gebundenem Unterricht und Gespräch mit Rektor der GS;
- Hospitation eines Englischunterrichts an der GS
- Schulleitung sollte den Austausch fördern
- Begrüßenswert wäre eine Auftaktveranstaltung mit Einladung der Grundschullehrkräfte durch die Unterstufenbetreuerin in die Gymnasien zum gegenseitigen Kennenlernen. Danach folgt die konkrete Einladung zu Hospitationen durch die Grundschulen.
Begleitung eines Grundschultages, der so normal wie möglich abläuft (keine Schaustunden). Schüler im Fokus nicht die Lehrkräfte. Danach sollte es die Möglichkeit zur Aussprache geben. Im Jahresverlauf bietet sich das 1. Halbjahr an. Optimal erscheint die Zeit vor den Herbstferien (Oktober)
 
5.) Was Sie sonst noch sagen möchten

 
- Grundschullehrern sollte der Besuch ihrer ehemaligen Schüler am Gymnasium ermöglicht werden.
- Teamarbeit sollte durch entsprechende Rahmenbedingungen gefördert werden z.B. Teamstunden;
- Anerkennung der gegenseitigen Hospitationen als Fortbildungen
- Lehrpläne von GY und RS sollten so verändert werden, dass ein leichterer Übergang zwischen den beiden Schularten möglich wird;
- Im Bereich des Englischunterrichtes sollten die zum Teil erheblichen Unterschiede im Kenntnisstand ausgeglichen werden.

 

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