Marktheidenfelder Modell

Marktheidenfelder Modell

Einsatz der Grundschullehrkraft am Balthasar-Neumann-Gymn.Marktheidenfeld

Säulen des Übergangs (Michaela Neiderer) Bereich Aktivität/ Material Aktivität/ Material
Schülerbeobachtungen      
    Unterricht Schülerfragebogen 1 2
    Elternfragebogen  
  Schülerprofil    
       
Team-Teaching im Fachunterricht    
    Beobachtung Einzelbetreuung
    Gruppenbetreuung  
  außerhalb des Fachunterrichts    
    Einzelbetreuung Gruppenbetreuung
       
Koop-Treffen      
  Schulinterne Kooperation    
    Austausch mit Beratungslehrer/Schulpsychologin/ … Kernfachlehrer-Konferenzen
  Schulübergreifende Kooperation    
    Koop-Gruppe ‚Übergang Besuch GS-Lehrer am Gymnasium
    Besuch Gym.-Lehrer an den Grundschulen Zusammenarbeit mit dem Seminar MSP I (D. Breitschafter)
  Kooperation mit Eltern    
    Beratungsstunde Elternabend
    Fragebögen  
       
Besondere Aktivitäten      
  InfoAbend -> Expertengespräche 1 2 3 Schullandheim Methodentage
  Experten-Besuche an ehemaligen GS Feiern  
       

Das Modell

Der Übergang von der Grundschule auf das Gymnasium spielt eine bedeutende Rolle für den weiteren Verlauf des Bildungsweges. Dieser Übergang kann nur erfolgreich gelingen, wenn die Betroffenen – d. h. Schüler, Eltern, Lehrer der Grundschule und Lehrer des Gymnasiums - zu Partnern werden.
Im Rahmen des vom Kultusministerium 2008 auf den Weg gebrachten Projektes „Übergänge gestalten“ ist die Grundschullehrerin Michaela Neiderer an zwei Tagen in der Woche am BNG um ein Konzept zu entwickeln und durchzuführen, mit dem die Kinder der 5. Klassen in dieser sensiblen Phase ihrer Schullaufbahn bestmöglich unterstützt werden können.
Das am BNG praktizierte Konzept soll im Folgenden vorgestellt werden.
Die Zusammenarbeit zwischen den am Übergang beteiligten Partnern steht im Wesentlichen auf vier Säulen: Schülerbeobachtung, Team-Teaching, Kooperationsteams und besondere Aktionen bilden die Grundlagen für einen möglichst reibungslosen Übergang von der Grundschule ins Gymnasium.

1.    Schülerbeobachtung  Schülerprofil
Das Kennenlernen der Schüler im Klassenverband steht in den ersten Monaten des Schuljahres im Zentrum der Tätigkeit der Grundschullehrkraft. Ein Aufgabenschwerpunkt in der Anfangszeit liegt daher in der gezielten Beobachtung der Schüler während des Fachunterrichts.
Des Weiteren erhalten die Schüler einen Fragebogen, in dem u. a. ihr Lern- und Arbeitsverhalten reflektiert wird. Diesem schließt sich ein weiterer Fragebogen im März / April  an, mit dessen Hilfe die Weiterentwicklung des Kindes in der neuen Schule verfolgt werden kann. (Tipp für Eltern: Besprechen Sie mit Ihrem Kind diesen Fragebogen. So kann Ihr Kind gemeinsam mit Ihnen seine eigene Lern- und Arbeitshaltung reflektieren.)
Die Eltern erhalten am 1. Elternabend im Oktober ein Formular, in dem sie ihr Kind bezüglich Hausaufgabenverhalten, Motivation, Einstellung zur Schule etc. charakterisieren.
Bei Unterrichtsbesuchen der ehemaligen Grundschullehrkräfte im November / Dezember mit anschließendem Informationsaustausch erhalten die Lehrer des BNG weitere Tipps bezogen auf die Schulneulinge.
Beobachtungen, Fragebögen, Elterninformationen und Hinweise der ehemaligen Grundschullehrkräfte werden in einem nur für die Fachlehrer zugänglichen Schülerprofil gewertet, das für jeden Schüler der 5. Klasse angelegt wird.

2.    Team-Teaching
Eine weitere Säule in der Übergangsphase bilden verschiedene Formen des Team-Teaching. So kann zum einen die Grundschullehrkraft gemeinsam mit dem Fachlehrer in Deutsch, Mathematik oder Englisch im Klassenzimmer arbeiten, hier für gezielte Fragestellungen einzelner Schüler zu Verfügung stehen, auf Wunsch des Fachlehrers bestimmte Schüler hinsichtlich ihres Arbeits- oder Sozialverhaltens beobachten oder in Gruppenarbeitsphasen Schülerteams betreuen. Zum anderen können Kleingruppen oder einzelne Schüler außerhalb des Klassenzimmers gezielt gefördert werden, indem bestimmter Unterrichtsstoff wiederholt oder gefestigt wird, Leistungserhebungen individuell besprochen werden oder Übungsphasen abgekoppelt von der Klasse durchgeführt werden.

3.    Kooperationen
Die Zusammenarbeit der am Übergang beteiligten Personen (Grundschullehrkräfte der zuführenden Schulen, Lehrkräfte der 5. Klassen, Eltern, Unterstufenbetreuerin, Beratungslehrer, Schulpsychologin) kann für die Neulinge am BNG in vielfacher Hinsicht von Vorteil sein.

a) schulintern
In regelmäßigen Kernfachlehrerkonferenzen treffen sich die Lehrkräfte (M, D, E) der jeweiligen 5. Klasse mit Frau Neiderer, um Probleme einzelner Schüler und notwendige Hilfsmaßnahmen fächerübergreifend zu erörtern.

b) schulartübergreifend
Die Kooperationsgruppe „Übergang Grundschule – weiterführende Schulen“ findet sich im Oktober, März und Juni zusammen. Hier werden Lehrpläne, Schulbücher oder schulartspezifische Arbeitsweisen erörtert. Außerdem kommen Schwierigkeiten bezüglich des Übertritts zur Sprache sowie Möglichkeiten, diese auf ein Minimum zu reduzieren.
Im November / Dezember besuchen außerdem die Grundschullehrkräfte der zuführenden Grundschulen ihre ehemaligen Schüler im Fachunterricht. Im anschließenden Gespräch mit Frau Neiderer und einem Fachlehrer erhalten die Gymnasiallehrkräfte wertvolle Hinweise hinsichtlich der Stärken und Schwächen der 5.-Klässer.
Im Gegenzug statten Gymnasiallehrkräfte im Juni den zuführenden Grundschulen einen Besuch ab und verschaffen sich zum einen ein Bild über grundschulgemäße Arbeitsweisen sowie über die Schüler, die im nächsten Jahr ins BNG eintreten.
So genannte „Experten“ (Schüler der 5. Klassen) geben am Informationsabend für Schüler der 4. Klassen im März sowie im Rahmen von Unterrichtsbesuchen an den Grundschulen im Juni Auskunft über Unterricht und Schulleben am BNG.

c) Zusammenarbeit mit Eltern
Neben den Sprechstunden der Fachlehrer, steht auch Frau Neiderer den Eltern als Grundschullehrkraft für fächerübergreifende Fragen in ihrer Sprechstunde zur Verfügung. Hier geht es weniger um fachliche Leistungen des Kindes als vielmehr um das Sozial-, Arbeits- und Lernverhalten über die Fächergrenzen hinaus.

In einem Elternabend mit den Klassenelternsprechern der 5. Klassen im Dezember und Mai / Juni wird die Übergangsphase aus Sicht der Eltern und Kinder erörtert.


In einem Fragebogen im März) können sich die Eltern zu den Kriterien „Schulhaus, Schulklima, Erziehung, Informationsaustausch und Schulprojekten“ äußern. Die Auswertung dieses Fragebogens dient dazu, Kritikpunke transparent zu machen und als Grundlage für zukünftiges Arbeiten im Bereich des Übergangs heranzuziehen. Eltern, die sich über die Ergebnisse des Fragebogens informieren möchten, können dies in den Sprechstunden der jeweiligen Klassenleiter tun.


4.    Besondere Aktionen
Neben dem Schulalltag soll den Schülern der 5. Klassen auch durch besondere Aktionen der Übergang ans BNG erleichtert werden.
So findet im September eine Schullandheimfahrt statt, bei der sich Schüler und Lehrer besser kennen lernen können.
An sogenannten Methodentagen werden den Kindern Lernmethoden näher gebracht, mit deren Hilfe sie den Unterrichtsstoff lernpsychologisch effektiv bewältigen können. Weiterhin wird hier u. a. das soziale Miteinander als Grundlage angstfreien Lernens thematisiert.
Höhepunkte im Schulleben sind natürlich Veranstaltungen wie die Halloweenfeier oder die jährliche Weihnachtsfeier. Beim oben erwähnten Informationsabend für Grundschulkinder und –eltern sowie bei den Besuchen der Schüler an ihren ehemaligen Grundschulen verstehen sich die Kinder als Repräsentanten ihrer neuen Schule und erklären in dieser Funktion zukünftigen Schulneulingen die Abläufe und Gegebenheiten am BNG aus Schülersicht.

Michaela Neiderer

Seminar zu Besuch

Seminar zu Besuch

"Übergänge gestalten" ist auch eines der wichtigen Themen in der Lehrerausbildung. Der Einsatz der Grundschullehrkräfte als wichtiger Baustein stand auf dem Programm des Grundschullehrer-Seminars von Seminarrektorin Dagmar  Breitschafter. Der Besuch am Balthasar-Neumann-Gymnasium (BNG) begann mit einem Bericht der dort eingesetzten Grundschullehrerin Michaela Neiderer und wurde durch Hospitationen und gemeinsame Analyse von Schulbüchern ergänzt.

Anwesend waren auch Andreas Neiderer (unterrichtet Deutsch und Englisch am BNG),  Ganztagskoordinatorin Monika Herzog, Schulleiter Kurt Blaschke und der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Unterfranken Rudi Schmitt.

Bilder von Kooperationstreffen und Infoveranstaltungen

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