Viertklässler und Fünftklässler errichten eine unkonventionelle Brücke

(Sw) Eine beispielhafte Kooperation fand im Rahmen des Projektes „Übergänge gestalten“ am 25.05.09 unter freiem Himmel auf einer Wiese am Ortsrand von Gerbrunn statt. Viertklässler der Goetheschule und Fünftklässler des Matthias-Grünewald-Gymnasiums feierten einen gemeinsamen Gottesdienst mit Elementen aus Kunst, Musik, Deutsch und Naturkunde.

Unterstufenbetreuer, OStR Pfarrer Peter Herrmann, leitete den besonderen Gottesdienst, der von Martina Schwarz, der Kooperationslehrerin des MGG und Christine Baunach, einer Grundschullehrerin der Goetheschule in Teamwork zusammengestellt und mit den Klassen 4a und 5a vorbereitet worden war. Zwei Cellistinnen des LK Musik, Susanne Stinzendörfer und Marie Schindler, rahmten die Feier mit Instrumentalmusik von Antonio Vivaldi und Benedetto Marcello stimmungsvoll ein.

Zu Beginn des Gottesdienstes stellten die Fünftklässler im Schatten von Obstbäumen ein vielfältiges Pflanzenprojekt vor, welches sie zuvor in den Fächern Kunst, Natur- und Technik, Deutsch und Musik durchgeführt hatten. Über die Anwesendheit der Heilkräuterexpertin Andrea Fröhling, die als Referentin bei der Projektarbeit mitgearbeitet hatte, freuten sich die Schüler sehr. Sie lasen selbstverfasste Blumengedichte vor, ließen das Gelernte Revue passieren, und fanden so schnell einen Weg, um gemeinsam innezuhalten und still zu werden.
Viertklässler und Fünftklässler sangen zur Gitarrenbegleitung von Christine Baunach  Lieder, die die Grundschüler im Religionsunterricht extra für den gemeinsamen Gottesdienst ausgewählt und einstudiert hatten, wie beispielsweise Die Erde ist schön, Wir gehören zusammen oder Ein kleines Senfkorn Hoffnung.
So eingestimmt lauschten die Schüler im Sitzkreis um einen Wiesenblumenstrauß aus Hahnenfuß, Margeriten, Klee und Gräsern Peter Herrmanns Worten. Er spannte einen Bogen von der Pflanzenwelt zu den Schulkindern. Er sprach von den Schülern, unserem menschlichen Saatgut, über ihre Vielfältigkeit und Unterschiedlichkeit, über den achtsamen Umgang mit sich selbst, den Mitmenschen und der Natur, über das Wertschätzen und Lieben lernen, über Gemeinschaft, Kameradschaft und Freundschaft.

Die Gedanken des Pfarrers schienen durch die geleistete Vorarbeit auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein, denn die Fünftklässler beantworteten Fürbitten der Viertklässler anschließend sehr ehrlich und einfühlsam.
„Ich habe Angst davor, mich im nächsten Schuljahr in meiner neuen Schule nicht zurecht zu finden“, meldete sich eine Viertklässlerin zu Wort. „Ich hatte letztes Jahr die gleichen Sorgen, aber das schaffst du schon“, antwortete eine Schülerin zuversichtlich, „in den 5. Klassen gibt es Tutoren, das sind ältere Schüler, die zeigen dir alles.“ Weitere Fünftklässler ergänzten: „Du wirst neue Freundschaften schließen und dann bist du nicht allein.“ Nach wohlüberlegten Fragen und ermutigenden Antworten beteten die Gottesdienstteilnehmer der benachbarten Schulen im großen Stehkreis das Vaterunser und reichten sich dabei die Hände. Mit dieser schönen Geste und Celloklängen endete die gemeinsame Feier.
Dem kommenden Schuljahr blicken diese Schüler an der Nahtstelle zwischen Grundschule und weiterführender Schule sicherlich zuversichtlich und neugierig entgegen.
Bilder:
Cellispielerinnen Susanne Stinzendörfer und Marie Schindler /
Viertklässlerin liest eine Fürbitte vor /
Schüler des MGG und der Goetheschule von links nach rechts auf dem Bild:
GS-Lehrerin Christine Baunach, OStR Peter Herrmann, Heilkräuterexpertin
Andrea Fröhling - auf dem Bild fehlt Kooperationslehrerin Martina Schwarz

Viertklässler und Fünftklässler errichten eine unkonventionelle Brücke

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