Intensivkurs Englisch

Barry Colyer freut sich über das ihm überreichte "Certificate"

mit Barry Colyer, Broadstairs, England - schulartübergreifend - veranstaltet vom Schulamt Kitzingen

Mit dem von Schulamtsdirektorin Irma Amrehn initiierten Angebot einer schulartübergreifenden Lehrerfortbildung im Fach Englisch wird den Lehrkräften die Gelegenheit gegeben, über die fachlich-inhaltliche Seite hinaus gemeinsam mit Lehrkräften aus den anderen Schularten im Fach Englisch Kontakte zu knüpfen und ins Gespräch zu kommen.

Mr. Barry Colyer, „native speaker“ aus Broadstairs, England, bereits bei vielen Grundschullehrkräften bekannt durch den Sprachkompetenztest, gestaltete die Fortbildungstage in bewährter Weise mit jeweils einer Gruppe von  20 Teilnehmern.

Die Anmeldung erfolgte 01 2009 über FIBS (Muster  der Ausschreibung für einen der beiden Tage - pdf)  (Irma Amrehn, Schulamtsdirektorin)

2009 Oktober:

3 Tage mit Barry

2009 Januar:

Hervorragendes Feedback nach der Premiere

Kurzes Resümee zum Lehrgang mit Barry Colyer am Donnerstag, 29.1.09
Von StD Klaus Peter Schmidt, Olympia Morata Gymnasium Schweinfurt
Die Intention des Lehrgangs lag darin,
- Englischlehrkräften einen ganzen Tag der Immersion ins Englische zu bieten,
- die Bedeutung und Effektivität schülerzentrierter Arbeitsformen im Englisch-   
  Unterricht zu demonstrieren,
- die Begegnung von Englischlehrkräften unterschiedlicher Schularten zu
  fördern.

Die Grundintentionen wurden alle erfüllt, darüber hinaus leistete diese Veranstaltung aber noch weit mehr. Das wird wohl am deutlichsten, wenn man sich die einzelnen Schwerpunkte des Tages nochmals vor Augen führt.

Natürlich kennt man verschiedene Kennenlern-Spiele, aber Barry präsentierte mit großem Einfühlungsvermögen eine Version, die die kommunikative Integrität der Teilnehmer bewahrte, sprich keiner musste Angst haben, sich sprachlich zu blamieren und gleichzeitig auch jenes mitunter leidige „Herunterrasseln“ der eigenen Funktion und des individuellen Dienstortes - gerade bei einer schulartverschiedenen Teilnehmerschar enorm wichtig - verhinderte, indem man sich eine neue Identität zulegte. „Breaking the ice“ nennt man das und damit hat man sich nicht nur kennen gelernt, sondern auch schon die erste „verwertbare“ Methode für den eigenen Unterricht „in der Tasche“. Als sehr positiv empfand ich die partizipative Präsenz der Vertreter der Schulverwaltung am Vormittag. Dies zeigt, dass das Modell „Übergänge gestalten“ durchaus mit Nachdruck auch von administrativer Seite verfolgt wird.

Im Mittelpunkt stand sicherlich die praktische Umsetzung des an diesem Tag „Erlernten“. Das gelang dem Kursleiter nicht nur durch gut ausgewählte Beispieleinheiten, sondern vor allem auch durch ein sehr professionelles Moderieren. Er begann die einzelnen Phasen stets mit einem unterrichtspraktischen Teil, bei dem die Kollegen zunächst die Rolle der Lernenden übernahmen. Dem folgten logisch nachvollziehbare theoretische Überlegungen (sowohl linguistischer als auch didaktisch-methodischer Art); damit konnten die Teilnehmer unvermittelt auch gleich die Perspektive des Lehrenden übernehmen. Thematisch wurden folgende wesentlichen Bereiche abgedeckt:

Sprachbetrachtung / Grammatik
• Using (British) English in the context of real situations
• The music of English (pronunciation and intonation)
• Idiomatic English
• The language of the classroom
• Traps of learning English for beginners and intermediate learners (e.g. personal
   pronouns and possessives; simple and progressive forms etc.)

Methodik / Didaktik
• Teaching Aids
• Teaching Objectives
• Stages of the lesson
• Usefulness of mistakes
• Communication vs. Accuracy
• Induktive Grammatikeinführung
• Importance of backward built-up / remedial teaching
   (nachhaltiges, korrigierendes Lehren und Lernen)
• Importance of variety and fun in the process of language learning

Führt man sich die Fülle der behandelten Themen vor Augen, kann man kaum glauben, dass solches an einem einzigen Tag angesprochen wurde. Dies ist aber sicher zum großen Teil auch der Professionalität und Persönlichkeit des Kursleiters zu verdanken. Barry Colyer schaffte es nahezu spielerisch, inhaltliche Fülle mit Esprit, hoher eigener Motivation und jener gehörigen Portion britischem Humor zu vermitteln, die unsereinen nur neidisch werden lassen kann.

“Hope fort the best, plan for the worst“
war seine abschließende Empfehlung, ein wohl nicht nur für den Schulalltag beherzenswerter Aphorismus.

Abschließende Würdigung und Empfehlungen:

Inhaltlich wurde der Tag sicherlich allen Schularten gerecht. Nie kam das Gefühl auf, derartiges ist für meine Schulart zu leicht oder zu schwer. Gerade das konnte das Empfinden verstärken, vor gleichen, gemeinsamen Aufgaben zu stehen. Auch gehörte die Veranstaltung zu den „events“, die die eigene Motivation stärken konnten und den Wunsch aufkommen ließen, den neuen Erkenntnisgewinn baldmöglichst in der Schule einsetzen zu können.

Neben den sprachlichen Aspekten sollte der Tag natürlich auch dem Kennen lernen und Erfahrungsaustausch unter Kollegen verschiedener Schularten dienen. Dies wurde - meiner Meinung nach - erreicht, wenngleich hier natürlich nur Anfänge gemacht werden konnten. Zur Intensivierung wäre hilfreich:

  • Das Konzept "Übergänge gestalten“ kann auch über eine persönliche Schiene an Effektivität und Akzeptanz gewinnen.

  • Eine derartige Veranstaltung für Seminarlehrer aller Schularten durchführen.
  • Raum für persönliche Gespräche ist äußerst wichtig: Eine Kollegin aus der Hauptschule etwa hatte ein Buch dabei, in dem die Konstruktion „have got“ überhaupt nicht auftaucht. Gerade dieser Konstruktion bedienen wir uns aber zu Beginn der 5. Klasse Gymnasium, um die „do“-Umschreibung in Verneinung und Frage zu umgehen...

  • Vorschlag: ein zweiter Fortbildungstag in gleicher Besetzung - zeitlich aber versetzt (einige Monate später). Die Kollegen könnten spezifische Fragen bzw. Themenkomplexe an Barry schicken. Dieser würde dann ganz spezifisch darauf eingehen können. Am Vormittag etwa mit dem Kurs vom 29.1, am Nachmittag mit dem Kurs vom 30.1. Der freie halbe Tag stünde dann für Workshops zur Verfügung, die je mit Teilnehmern aus den verschiedenen Schularten besetzt sind. Hier könnten schulartspezifische Unterschiede und Erwartungen diskutiert werden. Als Abschluss stelle ich mir dann gegenseitige Hospitationen vor.

    Klauspeter Schmidt, Olympia-Morata-Gymnasium Schweinfurt

    Bitte an die Teilnehmer: Mailen Sie uns Ihre Meinung und machen Sie Vorschläge für weitere Projekte / Fortbildungen.

Gelungene Premiere: Viele waren daran beteiligt: Irma Amrehn (Schulamt Kitzingen), Rudi Schmitt (MB Gymnasien) , Bernward Kiesel (Rektor Leonhard-Frank-Schule Heuchelhof) . Und natürlich Barry Colyer.

 

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